Die LVZ titelt in der Ausgabe vom Dienstag ‚Trotz Prügel-Attacke genießt Burdukat Vertrauen‘. Richtig. Warum sollte man jemandem auch nicht mehr vertrauen, der Opfer einer Prügel-Attacke geworden ist?, fragt Volkmar Wölk, Sprecher der LINKEN in Grimma. Jeder, der an dem fraglichen Tag Augenzeuge der Geschehnisse auf dem Marktplatz von Grimma geworden sei, habe noch die erschütternden Bilder vor Augen, als Tobias Burdukat unter einer Traube einer Spezialeinheit der Polizei förmlich begraben war und erheblich verletzt wurde.

„Dieser unmotivierte Übergriff der Polizei war letztlich der Höhepunkt und die logische Konsequenz eines völlig verfehlten Polizeikonzeptes“, fasst Wölk seine Eindrücke zusammen. „Bundesweit bekannte Neonazis durften sich ungehindert unter den Gegendemonstranten bewegen und diese einschüchtern. Mehrfachen Aufforderungen, dies zu unterbinden kam die Polizei nicht nach. Ungehindert von der Polizei konnten sich die NPD-Kader am Transporter eines Grimmaer Unternehmers vergehen. Grimmas Revierleiter sah all dem mit verschränkten Armen tatenlos zu.“ Der erkennbar friedliche Tobias Burdukat sei von den Beamten sofort mit körperlicher Gewalt angegangen worden.

Noch am gleichen Tag habe es wegen des Verhaltens der Polizei eine Beschwerde bei Leipzigs Polizeipräsidenten Bernd Merbitz gegeben. Am folgenden Tag habe deshalb ein Gespräch zwischen diesem, Polizeioberrat Frank Gurke und der örtlichen LINKEN-Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz sowie Volkmar Wölk gegeben. „Da dabei durchaus auch selbstkritische Töne der Polizei zu vernehmen waren, haben wir von einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den verantwortlichen Revierleiter abgesehen“, so Wölk.

Kein Verständnis habe Grimmas LINKE für die bisherige Berichterstattung der LVZ zum Thema, die sie als „tendenziös“ charakterisiert. „Das passt zu einem Boulevardblatt, nicht aber zu einer seriösen Zeitung wie der LVZ“, kritisiert Wölk und sieht die Gefahr von „faktenfreien Artikeln“. „Wir sehen mit Bedauern, dass die Redakteurin einerseits selbst nicht vor Ort war und andererseits so weit geht, die Wortwahl der NPD-Verlautbarungen zu übernehmen.“ Angesichts der unqualifizierten Angriffe gegen ihn wünscht die LINKE Tobias Burdukat weiterhin viel Kraft und Phantasie bei seiner Arbeit.


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