„Es ist verständlich, dass Grimmas Oberbürgermeister bei seiner immensen Arbeitsbelastung und den zahlreichen ungelösten Problemen in der Stadt auf Kritik sehr dünnhäutig reagiert“, so das Ergebnis eines Treffens der Stadtratsfraktion der LINKEN in Grimma mit dem Ortsvorstand der Partei. „Wir hätten uns allerdings gewünscht, dass sich Matthias Berger bei seinem verbalen Gegenschlag mehr an den Fakten als seiner eigenen selektiven Wahrnehmung orientiert hätte. Wir bedauern natürlich, dass entgegen den Regeln der Höflichkeit sein Offener Brief zuerst an die Medien ging und erst deutlich danach an den eigentlichen Adressaten.“

„Dass dem Oberbürgermeister meine Kritik nicht gefallen kann, ist nachvollziehbar“, meint die von Berger angegriffene Landtagsabgeordnete. „Es entspricht allerdings einfach nicht den Tatsachen, dass es von meiner Seite keine Kontakte oder Gesprächsangebote gegeben habe. Noch im Herbst habe ich gemeinsam mit dem Landesvorsitzenden der LINKEN in Bergers Amtszimmer gesessen, um uns über Probleme des Wiederaufbaus nach der Flut zu informieren. Er selbst hat im Rathaus an einer Veranstaltung der LINKEN zu Ortschaftsräten gemeinsam mit mir und meiner Kollegin Marion Junge teilgenommen.“ Diese Beispiele könnten durchaus ergänzt werden.

Ärgerlich sei besonders für die Stadtratsfraktion, dass ihre eigenen Initiativen von Berger in seinem Offenen Brief anderen Parteien zugerechnet würden. „Jeder weiß, dass die Entstehung der Stadtwerke von den LINKEN vehement gefordert und gefördert worden ist“, so Fraktionsvorsitzender Jörg Diecke. „Und zur Abwasserproblematik im ländlichen Raum ist bereits vor über einem Jahr in Schkortitz durch uns eine Veranstaltung mit den Abgeordneten Kerstin Köditz und Andrea Roth durchgeführt worden.“

„Wir bedauern es ausdrücklich“, fasst Köditz zusammen, „dass Matthias Berger auf den Kern meiner Kritik in seinem Offenen Brief kaum eingegangen ist.“ Sie wisse, dass sich Differenzen in einem Gespräch sachlicher und ruhiger klären ließen als in einem Streit über die Medien. Die LINKE in Grimma wie auch deren Stadtratsfraktion seien dafür selbstverständlich offen und machen Berger das Angebot zu einem Treffen zur Beilegung der Streitigkeiten. Das sei nicht nur im Interesse der Beteiligten, sondern in dem der gesamten Stadt.

Nur am Rande wurde auf die Bergers Worten ähnelnde Kritik des LINKEN-Stadtrats Wolfgang Bludau eingegangen. „Wolfgang Bludau hat zweifelsfrei langjährige Verdienste um die Stadt Grimma. Wir als LINKE sind eine pluralistische Partei. Und das ist auch gut so.“ Über Inhalt und Stil seiner Kritik in der LVZ werde man mit Bludau nach dessen Rückkehr aus dem Urlaub reden.


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