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	<title>Kerstin Köditz &#187; admin</title>
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		<title>Rechts, wo die Mitte ist (antifaschistisches infoblatt Nr. 83, Sommer 2009)</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Jul 2009 09:59:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Warum sich der Extremismusbegriff verbietet Extremismus richtet sich definitionsgemäß gegen die Verfassung. Extremisten sind also ein Fall für den Verfassungsschutz (VS). Deshalb erscheint das »Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung« auch an der Fachhochschule des Bundes in Brühl. Dort werden nämlich die Verfassungsschützer ausgebildet. Einer ihrer Ausbilder, bestallt als veritabler Professor, Armin Pfahl-Traughber, ist Herausgeber des [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Warum sich der Extremismusbegriff verbietet</p>
<p>Extremismus richtet sich definitionsgemäß gegen die Verfassung.  Extremisten sind also ein Fall für den Verfassungsschutz (VS). Deshalb  erscheint das »Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung« auch  an der Fachhochschule des Bundes in Brühl. Dort werden nämlich die  Verfassungsschützer ausgebildet. Einer ihrer Ausbilder, bestallt als  veritabler Professor, Armin Pfahl-Traughber, ist Herausgeber des  Jahrbuchs und war selbst über Jahre einer der ihren. Er ist sozusagen  die wissenschaftliche Abteilung des VS. Vielleicht bekommen wir ja  demnächst auch noch eine historisch-kritische, wissenschaftliche Version  der jährlichen VS-Berichte.</p>
<p>Zwei in Sachsen tätige Wissenschaftler dürften für sich reklamieren, ein  solches Werk bereits seit 20 Jahren vorzulegen. Uwe Backes, Professor an  der TU Dresden und Vize am Hannah-Arendt-Instituts für  Totalitarismusforschung, sowie Eckhard Jesse, Lehrstuhlinhaber für  politische Wissenschaft an der TU Chemnitz, geben das »Jahrbuch  Extremismus &amp; Demokratie« heraus. Redaktionsassistent ist Dr. Florian  Hartleb, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Chemnitz. Armin  Pfahl-Traughber und andere »Verfassungsschützer« im Staatsdienst, wie  Dr. Thomas Grumke, sind häufige Autoren.</p>
<p>Das Jahrbuch zeigt, dass die Extremismustheorie offenbar fast  austauschbar mit der Totalitarismustheorie ist. Beide werden je nach  politischer Nützlichkeit wechselweise herangezogen. Während die  Totalitarismustheorie die staatlichen Totalitarismen vergleicht,  vergleicht die Extremismustheorie die Extremismen, die in Bewegungen,  Ideologien oder Organisationen zum Ausdruck kommen. Was jeweils als  extremistisch definiert wird, variiert je nach politischem und  historischem Kontext. Die Anerkennung der Oder-Neisse-Grenze, heute  ernsthaft nur noch von unverbesserlichen Revanchisten angegriffen, war  in den sechziger Jahren bereits als Forderung extremistisch. Angesichts  solcher Verschiebungen stellt die Trennschärfe zwischen demokratisch und  extremistisch für die Extremismusforscher eine der größten  Herausforderungen dar. Da dieses Problem nicht einfach zu lösen ist,  sieht Jesse den Ausweg in einem Taschenspielertrick: Er unterscheidet  zwischen »weichem« (DIE LINKE) und »hartem« (NPD) Extremismus. Damit  droht endgültig der politischen Beliebigkeit anheim zu fallen, was als  extremistisch definiert wird und was nicht. Themenschwerpunkt des  jüngsten Bandes von »Extremismus &amp; Demokratie« ist der Komplex  »Bedeutung und Bedrohungspotential des islamischen Extremismus«. Daneben  stehen Aufsätze wie »Totalitarismus als politische Religion«, »Die NPD  und die Immobilien« oder »Das neue Parteiprogramm der DKP«. Um die  Genannten herum hat sich ein Zitierkartell und ein Schülerkreis  gebildet, die sich bei allen Unterschieden der Forschungsobjekte in  einem einig sind: es gilt die Extremismustheorie offensiv zu vertreten.  Hier scheint, dass weniger die Qualität einer Dissertation entscheidend  für die Karriere ist, sondern vielmehr die kritiklose Berufung auf diese  Theorie.</p>
<p>Carmen Everts hat bei Jesse zu »Politischer Extremismus. Theorie und  Analyse am Beispiel der Parteien REP und PDS« promoviert. Sie wurde dann  Grundsatz-Referentin der hessischen SPD und schließlich bundesweit  bekannt als eine der vier Abweichlerinnen gegen die gescheiterte Andrea  Ypsilanti. Sie wird sich nach Jahren wieder einmal an das erinnert  haben, was sie einst über die PDS geschrieben hatte. Dr. Steffen Kailitz  hat an der TU Chemnitz promoviert. Heute ist er Mitarbeiter des  Hannah-Arendt-Instituts. Und er veröffentlichte mit Eckart Jesse den  Band »Prägekräfte des 20. Jahrhunderts« mit dem Untertitel »Demokratie,  Extremismus, Totalitarismus«. Dr. Tom Thieme ist wissenschaftlicher  Mitarbeiter. Natürlich bei Jesse. In der Schriftenreihe »Extremismus &amp;  Demokratie«, zum gleichnamigen Jahrbuch, erschien seine Dissertation  »Hammer, Sichel, Hakenkreuz« über »Parteipolitischen Extremismus in  Osteuropa«. Der obligatorische Dank geht an den obligatorischen  Doktorvater, Eckhard Jesse &#8212; natürlich &#8211;, daneben an Uwe Backes. Beide  liefern auch das Vorwort. Weitere Danksagungen gelten u.a. Florian  Hartleb und Steffen Kailitz. Ein Stipendium für die Arbeit gab es von  der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung. Kailitz wiederum publiziert bei der  CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Jesse wirkt ehrenamtlich als  Extremismusbeauftragter der sächsischen CDU.</p>
<p>Zu lernen ist hier, dass CDU und CSU per definitionem nicht  extremistisch sind. Die Deutungshoheit darüber, was extremistisch sei  und damit politisch stigmatisiert werden darf, maßen sich diese  Wissenschaftler an. Bei solchen Zusammenhängen darf wohl die hehre  Unabhängigkeit von Wissenschaft, Forschung und Lehre in diesem Bereich  bezweifelt werden. Bereits die enge Anbindung an staatliche  Institutionen und Einrichtungen sowie an Parteien lässt diesen Schluss  zu. Zum Wesen der Demokratie, so das Lehrbuch, gehört, dass Wissenschaft  gerade nicht im Dienst von Staat und Partei stehen darf. Dies, so  behaupten unisono Extremismus- und Totalitarismustheorie, sei gerade ein  Merkmal totalitärer Systeme.</p>
<p>Jesse postuliert, so der Titel eines Aufsatzes in dem Band »Gefährdungen  der Freiheit. Extremistische Ideologien im Vergleich«, »das Gebot der  Äquidistanz gegenüber politischen Extremismen«. Das Ideal ist stets die  Mitte. Demnach wäre die idealtypische politische Einstellung im  »demokratischen Verfassungsstaat« ein »Mittismus«, der höchstens noch  zwischen linker und rechter Mitte unterscheidet. Das Gedrängel der  Parteien in der angeblichen Mitte kann angesichts solcher Vorgaben nicht  verwundern. Die Mitte gerät in der Extremismustheorie zum Dogma. Jede  Art von »Besinnung« wird von den Extremismustheoretikern honoriert. So  etwa bei Klaus Rainer Röhl, dem langjährigen Herausgeber der  »linksextremistischen« Zeitschrift »konkret« und Ex-Ehemann Ulrike  Meinhofs. Er hat tätige Reue geleistet und ist inzwischen nicht nur  Mitglied der FDP, der verkörperten Mitte, sondern auch der  nationalliberalen »Stimme der Mehrheit«. Auf seine alten Tage hat er  promoviert. Die Buchversion trägt den Titel: »Die letzten Tage der  Republik von Weimar«. Im Klappentext heißt es: »Goebbels und Ulbricht  zogen im Hintergrund die Fäden. (&#8230;) Drohte ein allgemeines Bündnis der  Radikalen?« Extremismustheorie in Reinkultur. Sein Doktorvater war nicht  Eckhard Jesse sondern Ernst Nolte. Jener Ernst Nolte, der unlängst der  Zeitschrift »Hier &amp; Jetzt« der »Jungen Nationaldemokraten« ein langes  Interview gegeben hat.</p>
<p>Diese von der Extremismustheorie propagierte Mitte weist eine eindeutige  Nähe zur Rechten auf. Zu einer in der Regel demokratischen,  konservativen Rechten, aber eben zur Rechten. Es handelt sich um  Legitimationswissenschaft, um die Legitimation des Bestehenden, der real  existierenden Gesellschaft. Die Extremismustheorie produziert Ideologie  und fordert gleichzeitig Ideologiefreiheit.</p>
<p>Die Nutzung des Extremismusbegriffs sollte sich verbieten. Er erklärt  nichts, verschleiert jedoch vieles. Man sollte Nationalisten  Nationalisten nennen, Rassisten Rassisten, Antisemiten Antisemiten. Es  sind die Inhalte, die zählen, nicht die Etiketten.</p>
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		<title>Köditz kritisiert &#8212; Hinz resümiert (LVZ Borna-Geithain, 15.07.09)</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Jul 2009 09:07:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[JSA-Beirat will in heutiger Sitzung Misshandlungsvorwürfe und Informationspolitik auswerten Von Thomas Lieb Regis-Breitingen. Mit den Misshandlungsvorfällen in der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen (JSA) im Mai und September 2008 werden sich heute die Mitglieder des Anstaltsbeirates und die Leitung der Einrichtung auseinandersetzen. Die Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz (Die Linke), die Mitglied des Beirates ist, hatte gestern in diesem Zusammenhang [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>JSA-Beirat will in heutiger Sitzung Misshandlungsvorwürfe und  Informationspolitik auswerten</p>
<p>Von Thomas Lieb<br />
Regis-Breitingen. Mit den Misshandlungsvorfällen in der  Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen (JSA) im Mai und September  2008 werden sich heute die Mitglieder des Anstaltsbeirates und die  Leitung der Einrichtung auseinandersetzen. Die Landtagsabgeordnete  Kerstin Köditz (Die Linke), die Mitglied des Beirates ist, hatte gestern  in diesem Zusammenhang abermals die Informationspolitik des sächsischen  Justizministeriums kritisiert. JSA-Leiter Uwe Hinz erklärte, dass der  Anstaltsbeirat &#8220;detailliert über die Vorfälle informiert&#8221; war.<br />
Wie berichtet, sollen im Mai vergangenen Jahres mehrere Strafgefangenen  einen Mitinsassen schwer misshandelt und beinahe getötet haben. Köditz  will auf der heutigen Tagung des Beirates auf eine vollständige  Aufklärung der Vorfälle dringen. &#8220;Wir wollen, dass die Widersprüche  aufgeklärt werden, außerdem gehört die Informationspolitik von Minister  Mackenroth auf die Tagesordnung&#8221;, kündigte Köditz gestern gegenüber der  Nachrichtenagentur ddp in Leipzig an. Aufklärung erhofft sich auch Uwe  Hinz. Wenngleich mit anderem Ansatz. Der Leiter der  Jugendstrafvollzugsanstalt erklärte gestern gegenüber der Leipziger  Volkszeitung, dass die Mitglieder des Beirates über den Vorfall im Mai  2008 lückenlos informiert gewesen seien. In den Beiratssitzungen würden  generell allgemeine Informationen mitgeteilt und bei gravierenden  Vorfällen &#8212; &#8220;zu denen der im Mai 2008 zweifellos gehörte&#8221;, so Hinz &#8212;  umfassend berichtet. Zudem sei damals eine telefonische Information an  den Beirats-Vorsitzenden, Detlev Noack, erfolgt. Hinz weiter: &#8220;Auch im  Protokoll der Sitzung ist der Vorfall beschrieben, was Frau Köditz &#8212;  die zu dieser Sitzung nicht anwesend war &#8212; auch noch im Nachhinein die  Möglichkeit gab, sich zu informieren.&#8221;<br />
Dazu habe Köditz damals &#8220;keine Notwendigkeit gesehen&#8221;, wie ihr  persönlicher Mitarbeiter Volkmar Wölk auf Anfrage mitteilte. &#8220;Es hat  lediglich eine Information über eine stattgefundene Körperverletzung in  der Jugendstrafanstalt gegeben. Woraufhin sich die Beiratsmitglieder  nach Maßnahmen erkundigt haben, die es verhindern, dass sich solche  Vorfälle wiederholen&#8221;, so Wölk. Nachdem die Leitung versichert habe,  dass entsprechende Konsequenzen gezogen wurden, &#8220;war der Beirat  beruhigt&#8221;, antwortete Wölk für die Linken-Politikerin.<br />
Thomas Kratzsch (parteilos), Beiratsmitglied und Bürgermeister von  Regis-Breitingen, möchte &#8220;Pauschalurteile zur Informationspolitik  gegenüber der sächsischen Justiz unbedingt vermeiden&#8221;. Es seien zu viele  Fragen offen, auch dazu, ob alle Beiratsmitglieder denselben  Informationsstand hatten. Kratzsch: &#8220;Fakt ist, dass der Beirat insoweit  informiert war, dass er im Nachgang von seinem Recht Gebrauch hätte  machen können, weitere Informationen zu den Missbrauchsvorfällen  einzuholen. Jedenfalls dann, wenn mit der im Protokoll vom Juni 2008  beschriebenen Misshandlung, das Geschehen gemeint ist, das die Debatte  vor anderthalb Wochen ins Rollen brachte.&#8221;<br />
Anstaltsleiter Hinz kündigte unabhängig davon gestern bereits an, dass  &#8220;grundsätzlich darüber zu diskutieren sein wird&#8221;, wie sich der  Informationsfluss zum Anstaltsbeirat besser gestalten lasse. &#8220;Wir werden  neu abwägen, wie detailliert und über was der Beirat genau informiert  werden sollte. Gravierende Vorkommnisse ausgeschlossen &#8212; darüber wird  ohnehin Auskunft gegeben&#8221;, beteuerte Hinz. Gleichwohl Thomas Kratzsch  nicht verstehen kann, &#8220;warum ich als Beirat und Bürgermeister aus der  Zeitung davon erfahren muss, wenn Häftlinge aus der Anstalt fliehen oder  Selbstmorde passieren&#8221;. Indes könne er auch dazu nicht feststellen, wo  die Lücke in der Informationskette zu finden sei.<br />
Justizminister Geert Mackenroth (CDU) hatte vergangene Woche  angekündigt, dass noch zu klären sei, ob die Anstaltsleitung ausreichend  und detailliert genug über den Vorfall informiert hatte. Gestern teilte  Ministeriumssprecher Matthias Lau auf Anfrage mit: &#8220;Die Berichte der JSA  Regis-Breitingen über die Geschehnisse im Mai 2008 weisen aus heutiger  Sicht zumindest in einzelnen Punkten Lücken auf, welche noch gemeinsam  mit der Anstaltsleitung zu erörtern sind.&#8221; Der Anstaltsbeirat sei durch  den Anstaltsleiter über die Vorkommnisse in der nächstfolgenden Sitzung  informiert worden.</p>
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		<title>Köditz kritisiert Mackenroths Informationspolitik (LVZ, 15.07.09)</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Jul 2009 08:51:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach Misshandlungsvorfällen in Jugendgefängnis Regis-Breitingen: Anstaltsbeirat und -leitung fordern Aufklärung Regis-Breitingen. Mit den Misshandlungsvorfällen in der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen (JSA) im Mai und September 2008 werden sich heute die Mitglieder des Anstaltsbeirates und die Leitung der Einrichtung auseinandersetzen. Die Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz (Die Linke), die Mitglied des Beirates ist, hatte gestern in diesem Zusammenhang abermals die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Nach Misshandlungsvorfällen in Jugendgefängnis Regis-Breitingen:  Anstaltsbeirat und -leitung fordern Aufklärung</p>
<p>Regis-Breitingen. Mit den Misshandlungsvorfällen in der  Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen (JSA) im Mai und September  2008 werden sich heute die Mitglieder des Anstaltsbeirates und die  Leitung der Einrichtung auseinandersetzen. Die Landtagsabgeordnete  Kerstin Köditz (Die Linke), die Mitglied des Beirates ist, hatte gestern  in diesem Zusammenhang abermals die Informationspolitik des sächsischen  Justizministeriums Geert Mackenroth (CDU) kritisiert. JSA-Leiter Uwe  Hinz erklärte, dass der Anstaltsbeirat &#8220;detailliert über die Vorfälle  informiert&#8221; war. Mackenroth hatte vergangene Woche angekündigt, dass  noch zu klären sei, ob die Anstaltsleitung ausreichend und detailliert  genug über den Vorfall informiert hatte. Gestern teilte  Ministeriumssprecher Matthias Lau auf Anfrage mit: &#8220;Die Berichte der JSA  Regis-Breitingen über die Geschehnisse im Mai 2008 weisen aus heutiger  Sicht zumindest in einzelnen Punkten Lücken auf, welche noch gemeinsam  mit der Anstaltsleitung zu erörtern sind.&#8221;<br />
Wie berichtet, sollen im Mai vergangenen Jahres mehrere Strafgefangene  einen Mitinsassen schwer misshandelt und beinahe getötet haben. Köditz  will auf der heutigen Tagung des Beirates auf eine vollständige  Aufklärung der Vorfälle dringen. &#8220;Wir wollen, dass die Widersprüche  aufgeklärt werden, außerdem gehört die Informationspolitik von Minister  Mackenroth auf die Tagesordnung&#8221;, kündigte Köditz an. Aufklärung erhofft  sich auch Uwe Hinz. Wenngleich mit anderem Ansatz. Der Leiter der  Jugendstrafvollzugsanstalt erklärte gestern gegenüber dieser Zeitung,  dass die Mitglieder des Beirates &#8212; darunter Detlev Noack,  Ex-Geschäftsführer des Heimverbundes Leipziger Land;  Landtagsvizepräsidentin Andrea Dombois (CDU); Barbara Mergner,  Sozialdienst-Leiterin des Landkreises Leipzig; der Regiser Bürgermeister  Thomas Kratzsch (parteilos) und Jugendamtsleiter Thomas Pfeifer &#8212; über  den Vorfall im Mai 2008 informiert gewesen seien. In den  Beiratssitzungen würden generell allgemeine Informationen mitgeteilt und  bei gravierenden Vorfällen &#8212; &#8220;zu denen der im Mai 2008 zweifellos  gehörte&#8221;, so Hinz &#8212; berichtet. Zudem sei damals eine telefonische  Vorab-Information an den Beirats-Vorsitzenden, Detlev Noack, erfolgt.  Hinz weiter: &#8220;Auch im Protokoll der Sitzung ist der Vorfall beschrieben,  was Frau Köditz &#8212; die zu dieser Sitzung nicht anwesend war &#8212; auch noch  im Nachhinein die Möglichkeit gab, sich entsprechend zu informieren.&#8221;  Dazu habe Köditz damals &#8220;keine Notwendigkeit gesehen&#8221;, wie ihr  Mitarbeiter Volkmar Wölk mitteilte. Thomas Lieb</p>
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		<title>Folterskandal Regis-Breitingen: Linke dringt auf Aufklärung (die-newsblogger.de, 14.07.2009)</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jul 2009 11:23:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Linke-Politikerin Kerstin Köditz will auf der kommenden Tagung des Beirates des Jugendgefängnisses Regis-Breitingen am morgigen Mittwoch auf eine vollständige Aufklärung des sogenannten Folterskandals dringen. &#8220;Wir wollen, dass die Widersprüche aufgeklärt werden, außerdem gehört die Informationspolitik von Minister Mackenroth auf die Tagesordnung&#8221;, teilte Köditz am heutigen Dienstag in der Stadt Leipzig mit. Desweiteren müsse das [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Linke-Politikerin Kerstin Köditz will auf der kommenden Tagung des  Beirates des Jugendgefängnisses Regis-Breitingen am morgigen Mittwoch  auf eine vollständige Aufklärung des sogenannten Folterskandals dringen.  &#8220;Wir wollen, dass die Widersprüche aufgeklärt werden, außerdem gehört  die Informationspolitik von Minister Mackenroth auf die Tagesordnung&#8221;,  teilte Köditz am heutigen Dienstag in der Stadt Leipzig mit.</p>
<p>Desweiteren müsse das aktuelle Konzept des Gefängnisses entsprechend  überprüft werden. Nur weil ein neuer Bau bezogen wurde, sei  Regis-Breitingen noch lange keine moderne Haftanstalt, erklärte die  Politikerin am heutigen Tage weiter. Die pädagogische Betreuung der  Insassen des Gefängnisses gehöre jetzt sofort auf den Prüfstand.</p>
<p>Der zuständige Anstaltsbeirat hat allerdings nur beratende Funktionen,  neben Köditz gehören dem Beirat fünf andere Mitglieder an. Den  derzeitigen Vorsitz hat der zuständige Geschäftsführer des Heimverbundes  Leipziger Land, Detlev Noack. Die nächste Beiratssitzung hätte  eigentlich bereits am Mittwoch letzter Woche stattfinden sollen, wurde  aber wegen einer Bombendrohung gegen das Gefängnis in letzter Minute  ausgesetzt.</p>
<p>Das Gefängnis war wegen mehrerer Foltervorwürfe in die deutschlandweiten  Schlagzeilen geraten. Im Mai des letzten Jahres sollen Insassen einen  jugendlichen Insassen schwer misshandelt und ihn beinahe getötet haben.  In der letzten Woche war ein weiterer Fall an die Öffentlichkeit gekommen.</p>
<p>Quelle: <a href="http://www.die-newsblogger.de/folterskandal-regis-breitingen-linke-dringt-auf-aufklarung-719134">Die Newsblogger</a></p>
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		<title>SPD entfacht Bürgermeister-Disput (LVZ Muldental, 13.07.2009)</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Jul 2009 07:13:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Landkreis Leipzig. Pro und Kontra gibt es in der von der SPD neu angestoßenen Debatte um die Bürgermeister im Kreistag. Betroffene sind der Auffassung, die Sozialdemokraten überzögen mit ihren Argumenten. Von den Linken wird der Vorstoß hingegen unterstützt. Im hiesigen Kreisparlament sitzen 23 aktive und vier ehemalige Ortschefs. Gut 60 Prozent aller Wählerstimmen vereinten sie [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Landkreis Leipzig. Pro und Kontra gibt es in der von der SPD neu angestoßenen Debatte um die Bürgermeister im Kreistag. Betroffene sind der Auffassung, die Sozialdemokraten überzögen mit ihren Argumenten. Von den Linken wird der Vorstoß hingegen unterstützt.<br />
Im hiesigen Kreisparlament sitzen 23 aktive und vier ehemalige Ortschefs. Gut 60 Prozent aller Wählerstimmen vereinten sie bei der jüngsten Wahl auf sich. Grund für die SPD für eine Initiative auf Landesebene: Der hiesige Parteivorstand stieß eine Gesetzesänderung zur Unvereinbarkeit beider Funktionen an, stellte dazu einen Antrag an den Landesparteitag (die LVZ berichtete). Unter anderem wird argumentiert, die Bürgermeister zögen durch ihre Bekanntheit aus den eigenen Reihen viele Kandidaten mit deutlich geringeren Stimmenzahlen nach, andere Bewerber mit mehr Stimmen blieben auf der Strecke. Eine Bürgervertretung im Sinne der repräsentativen Demokratie sei da nicht mehr gegeben.<br />
„So sieht also das Demokratieverständnis der SPD in unserem Landkreis aus“, kommentiert der Bürgermeister von Groitzsch, Maik Kunze (CDU), den Vorstoß. „Man will eine Berufsgruppe – die der Bürgermeister – einfach von politischer Arbeit ausgrenzen.“ Das sei Unsinn, denn die Bürgermeister besäßen das Vertrauen ihrer Wähler, „da sie ihre Interessen gerade durch diesen Personenkreis gut im Landkreis vertreten sehen“. Kunze hat selbst ein Kreistagsmandat und sieht auch keine Interessenkollisionen, wie sie die SPD unterstellt. „Man könnte aber annehmen, dass der SPD-Kreisverband diesen Vorstoß nicht unternommen hätte, wäre dieser über seine eigenen Mandatsträger besser im Kreistag aufgestellt“, meint Kunze.<br />
Auch Jürgen Kretschel, Gemeindechef von Parthenstein, kann mit der SPD-Position nichts anfangen. Er sitzt für die Unabhängige Wählervereinigung im Kreistag. „Jeder von uns weiß, dass er zwischen Kreis- und Ortsinteressen zu unterscheiden hat“, sagt Kretschel. Die Sach- und Fachkenntnis in kommunalpolitischen Fragen „kann uns niemand absprechen“, meint er. Die nütze dem Kreistag auf jeden Fall.<br />
Landrat Gerhard Gey (CDU) argumentiert ähnlich. Für den Kreistag sei die Kompetenz der Bürgermeister wichtig und nützlich. Partikularinteressen, die der eine oder andere einbringen mag, würden „durch die Mehrheiten wieder relativiert“. Und zu Themen wie der Höhe der Kreisumlage müsse man immer Kompromisse mit den Bürgermeistern finden – ob nun über deren Interessenvertretung oder direkt im Kreistag.<br />
Unterstützt wird die SPD von den Linken. Es sei „ordnungspolitisch falsch“, dass Bürgermeister im Kreistag sitzen, meint die Grimmaer Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz, die selbst auch dem Kreisparlament angehört, und meint damit: Der Landrat kontrolliert über die Kommunalaufsicht die Bürgermeister, aber die sind im Kreistag, der wiederum den Landrat kontrolliert – das passe nicht zusammen. Die Forderung, die Wahlbeamten aus den Kreistagen auszuschließen, hätten die Linken jüngst im Zuge der Verwaltungsreform auch vorgebracht – „damals hat uns die SPD nicht zugestimmt“. Thomas Müller</p>
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		<title>Putzfrau Gloria im Einsatz</title>
		<link>http://www.kerstin-koeditz.de/blog/2009/07/putzfrau-gloria-im-einsatz/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 17:01:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Landkreis Leipzig]]></category>

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		<description><![CDATA[Anlässlich einer von Kerstin Köditz veranstalteten Party im &#8220;Roten Salon&#8221; der Kleinen Welt Grimma trat auch Putzfrau Gloria wieder auf. Sie ist &#8211; eigenen Worten zufolge &#8211; für &#8220;den Glanz in den Amtsstuben der Minister zuständig&#8221; und stößt dabei immer wieder auf Skurilles und Unglaubliches aus dem Landtag. Aber sehen Sie selbst&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Anlässlich einer von Kerstin Köditz veranstalteten Party im &#8220;Roten Salon&#8221; der Kleinen Welt Grimma trat auch Putzfrau Gloria wieder auf. Sie ist &#8211; eigenen Worten zufolge &#8211; für &#8220;den Glanz in den Amtsstuben der Minister zuständig&#8221; und stößt dabei immer wieder auf Skurilles und Unglaubliches aus dem Landtag. Aber sehen Sie selbst&#8230;</p>
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		<title>Der Quergeist: „Sie predigten Wasser und tranken Wein.“</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 09:37:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meine Meinung]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Ausspruch, der in dem Buch aller Bücher zu finden ist, macht sich unsere Gesellschaft immer mehr zu Gebrauch. Jetzt, kurz vor den Wahlen, hat er wieder Hochkonjunktur &#8211; der Bürger rückt für kapp ein halbes Jahr vermeintlich in den Mittelpunkt. Ja, man versucht tatsächlich dafür zu sorgen, dass wir glauben, es würde sich jemand [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Ausspruch, der in dem Buch aller Bücher zu finden ist, macht sich unsere Gesellschaft immer mehr zu Gebrauch. Jetzt, kurz vor den Wahlen, hat er wieder Hochkonjunktur &#8211; der Bürger rückt für kapp ein halbes Jahr vermeintlich in den Mittelpunkt. Ja, man versucht tatsächlich dafür zu sorgen, dass wir glauben, es würde sich jemand ernsthaft für uns interessieren.<br />
Als ich die Sendung von Peter Klöppel „Bürger fragen &#8211; Kanzlerin Angela Merkel antwortet“, sah, stellte ich mir zwischendurch die Frage: „Was sehe ich da? Ist es eine politische Sendung oder mimt irgendein Comedian die Figur Angela Merkel und macht sich so lustig?“ Es war seltsam, dass bei solch einem ernsten Thema soviel Heiterkeit in mir aufkam. Unter anderem fragte eine 37-jährige alleinerziehende Mutter von drei Kindern (19, 11 und 6 Jahre) unsere Kanzlerin, wie sie ihren Kindern vermitteln solle, dass diese in der Zukunft eine Chance auf ein gutes Leben hätten? Statt eine beruhigende Antwort zu geben, klopfte unsere Kanzlerin zuerst bewusst ab, wie das soziale Umfeld der Fragenden gestrickt war. Es wurde dadurch offensichtlich, dass diese Frau ihr erstes Kind sehr zeitig bekam, und somit ging die erste Schublade auf. Als zweites wurde nach dem Vater gefragt, weil sie in ihrer Schilderung erwähnte, dass sie sehr wenig Geld zur Verfügung hatte. Die Schlussfolgerung von Frau Merkels darauf war ihr deutlich ins Gesicht geschrieben, und schon ging die zweite Schublade auf. Als nächstes kamen allgemeine Floskeln, die benutzt werden, wenn man nichts ausdrücken will. Das Ende von dem Statement von Frau Merkel war, das sie der Mutter empfahl, arbeiten zu gehen. Ich musste mir den Bauch halten vor Lachen. Unsere Bundeskanzlerin hatte sehr viel Feingefühl und Tiefgang bewiesen. Die Frau war sichtlich zufrieden mit der Antwort, denn  ihre Tränen standen kurz vor dem Ausbruch. Nicht das unsere Bundeskanzlerin bei dieser Frage das Thema verfehlt hatte, sie konnte mit ihrem nicht vorhandenen Taktgefühl diese Frau auch noch zu Tränen rühren.<br />
Aber das war nicht der einzige gute Vorschlag in dieser Sendung. Ein Mann fragte: „Wie könnte man die Steuern senken und den Haushalt halbwegs ausgeglichen halten?“ Na das nannte ich mal eine interessante Frage. Die Antwort, die unsere Bundeskanzlerin gab, war, dass wir Wachstum brauchen und Wachstum kann nur kommen, wenn wir motiviert sind. Na ja, grundsätzlich ist da ja nichts einzuwenden. Aber wo ist denn die Motivation? Haben Sie sich schon mal von einem Politiker motiviert gefühlt? Unsere Politiker haben in der Öffentlichkeit ein Temperament, da schläft man beim zuhören ein. Ja, wenn ein einen Opel Mitarbeiter sagt: „Wir stehen hinter Euch.“ &#8211; da wird er es auch glauben. Das kommt mit soviel Überzeugung rüber, da bekommt man Gänsehaut &#8211; vor Müdigkeit. Die Frage, die ich mir bei dieser Aussage stelle, ist, was will Frank Walter Steinmeier hinter den Mitarbeitern? Hat er nicht vor ihnen zu stehen?<br />
Wenn ein SPD-Mann so zu seinem Worte steht, wie sie mit ihren eigenen Mitgliedern umgehen, na dann gute Nacht. In letzter Zeit wurden doch SPD-Parteimitglieder fallen gelassen, die nur ein wenig von der Parteilinie abgewichen sind. Ist es nicht eine Schande, dass man Gesine Schwan so behandelt, nur weil sie ihre Meinung sagt. Die SPD leidet am Buckelsyndrom. Wir geben etwas von uns und schauen mal was die CDU oder FDP von sich gibt. Geben sie ihre Zustimmung, ist alles in Ordnung, wenn nicht, werden die eigenen Leute eliminiert. Da nützt das Wahlplakat mit dem Fön gegen die Linken nichts. Denn bei der SPD kommt nicht mal mehr heiße Luft.<br />
Bei dem, was die CDU uns jetzt verspricht, wissen wir nicht, ob es wahr ist. Angela Merkel sagt deutlich „keine Steuererhöhung mehr“. Erinnern wir uns. Diese Aussage hatten wir doch schon mal, vor der letzten Wahl? &#8211; auf keinen Fall sollte die Mehrwertsteuer erhöht werden. Na ja, mal so drei Prozent, ist ja nicht viel. Der Bürger wird das schon nicht so sehr merken. Was sind schon drei Prozent? Gespannt können wir sein, ob wir die Mehrwertsteuer wieder senken, so wie die CDU es jetzt versprochen hat. Erwarten wir mal nicht so viel, denn versprochen hat sich schon so mancher. Na und die FDP hat Herrn Westerwelle wieder gewählt, mit 96% der Stimmer. Wenn das zu Zeiten der ehemaligen DDR gewesen wäre, hu, da hätte man sofort Ungereimtheiten unterstellt. Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu. So ändern sich die Zeiten. Heute ist das ein Spitzenergebnis und es wird gefeiert, dass man so einen tollen Mann an der Spitze hat. Welche Pläne hat Herr Westerwelle  eigentlich, außer in die Regierung zu kommen? Von seinen Vorhaben ist zur Zeit nicht viel zu spüren. Und die CSU mit Herrn Seehofer &#8211; was die uns nicht alles erzählen, nur damit die CSU sich bundesweit etablieren kann. Was aber hat denn Herr Seehofer vor? Ich habe schon den Eindruck, dass er seine CSU neben der CDU etablieren will. Es wäre nicht mehr Horst Seehofer, wenn das nicht das geringste ist, was er will. Nicht mehr CDU/CSU, nein CSU ganz stark für sich allein.<br />
Und die Linken? In dem Gewusel von Machtgier? Was hat Oskar Lafontaine vor? Ich frage mich, ob sein Herz so rein und sozial ist, wie er tut. Oder will er es allen beweisen, dass er es immer noch kann, sich in den Mittelpunkt zu stellen?<br />
So gleitet man jeden Tag durch die politische Welt und stellt fest, dass es um alles geht, nur nicht um das Volk und deren Demokratie.</p>
<p>Aber nun haben wir ja einen Armutsatlas. Nun kann der Bürger, der eh schon weiß, das er nichts hat, farblich nachschauen, ob es wirklich so ist und sich beruhigt zurück lehnen,  denn er sieht auch, das er ja nicht alleine ist. Es ist doch toll, dass man sich darüber die Sicherheit holen kann, ob man orange oder dunkelrot abgebildet wurde. Wen würde das nicht befriedigen? Vor allem, wen würde das nicht interessieren? Ja es hat schon mein Leben bereichert. Am besten ist natürlich, dass man die Definition von Armut den Betroffenen gleich noch tief in das Unterbewusstsein drückt, weil so ein Bild sich besser einprägt als eine Zahlenstatistik. Und wer bis dahin der Meinung war, noch nicht zu den Armen zu gehören, obwohl es bei ihm auch nicht so üppig aussieht, wird eines bessern belehrt, denn die Grenze der Berechnung beginnt schon ein Stückchen Oberhalb von Hatz IV. Ja, es ist schon beunruhigend, wie man  das den Menschen psychologisch vermittelt und sie damit in die Abhängigkeit bringt. Ich erinnere an das Gespräch von Frau Merkel am Anfang. Ist das unsere Motivation für das Wachstum?</p>
<p>Dann ist noch eine neue Sache von unseren Ärzten. Sicher haben Sie den Namen Jörg Dietrich Hoppe schon gehört. Was ist das aber für ein Mann? Welcher Partei wird er wohl angehören? Ärzte haben ein zu geringes Honorar, so eine Aussage von ihm. Ich möchte diese Aussage nicht als richtig oder falsch bewerten. Es liegt immer im Empfinden des Einzelnen. Wenn man Hartz IV Empfängern auf der einen Seite vorwirft, das sie auf hohen Niveau jammern, dann frage ich mich,  auf welchem Niveau jammern dann Ärzte? Was ist daran anders? Sicherlich: sie gehen arbeiten, leisten etwas. Mir geht es nicht darum zu sagen, ob Ärzte etwas leisten, es geht darum, dass sie diesen Job aus einem freien Willen wählten &#8211; man sollte zumindest davon ausgehen. Und zu recht sollen sie, wie jeder andere auch, für ihre Arbeit anständig entlohnt werden. Aber was gibt ihnen das Recht, sich über andere zu stellen und zu sagen, ihre Tätigkeit sei die Bessere, die besonders entlohnt werden müsste? Dieses Recht hat keiner. Nicht eine Arbeit ist besser oder schlechter, zumindest nicht so, dass man es von einem anderen nehmen muss, der vielleicht am unteren Ende des Existenzminimums lebt.<br />
Mit immer mehr Forderungen nach höheren Honoraren sind genau die am stärksten betroffen, die es nicht so in den Brieftaschen haben. Wir drehen uns im Kreise und langsam wird es uns schwindlig. Menschen, bei denen es im Leben nicht stimmig ist, aus welchen Gründen auch immer, ob Arbeitslosigkeit, geringverdienend, ein Job, der keinen Spaßmacht, usw., genau diese Menschen werden vermehrt krank und gehen zum Arzt. Denn sie fahren im Kreisverkehr und wissen oft nicht, welche Ausfahrt sie nehmen sollen. Depressionen sind die Folge. Und dann haben sie  keinen oder nur einen geringen Verdienst und in Gegensatz dazu ein Gesundheitssystem, was immer mehr von ihnen abverlangt. Ja, Ja. Wir fressen uns gegenseitig auf. Und das im Jahre 2009.</p>
<p>Unser gesellschaftliches System ist so aufgebaut, das man dem Einzelnen lehrt, wie er nicht mehr lebt, sondern sich nur noch auf einen Level der Leistungsfähigkeit hält. Spaß, Freude, Lachen, nichts tun sind so selten geworden, weil es uns immer mehr abtrainiert wird. Die, die es sich leisten können, weil sie ohne Unterlass arbeiten, haben oft gefährliche Freizeitbeschäftigungen, damit sie überhaupt noch spüren können, dass sie leben. Und viele von denen, die es sich nicht leisten können, sitzen den halben Tag vor Computer und Fernsehen und lassen sich unterhalten. Unterhaltung hat denselben Wortstamm wie unten halten – welch ein Zufall!<br />
Die, die noch Bücher lesen, sich unterhalten, mal etwas tun, weil sie es vom Herzen wollen, die findet man noch selten. Man spürt sie gar nicht. Doch das sind genau die Menschen, die eine ganze Gesellschaft aus ihrem Phlegma helfen können. Die Menschen, die wissen, was sie im Leben wollen, sich in keine Schublade pressen lassen, weil es ihnen vermeintlich finanziell besser gehen würde. Menschen, die jeden Tag daran arbeiten ihre Persönlichkeit aus sich heraus zuholen. Menschen die Dinge tun, weil ihre Seele sagt, es muss so sein. Menschen, die ihre Grenzen kennen und dennoch jeden Tag über sie hinweg treten. Menschen, die fühlen, dass es wichtig ist, ein ganz individuelles Leben zu leben, fern vom vorgeschriebenen Einheitsbrei der Gesellschaft. Menschen, die bewusst andere Wege gehen, als allgemein üblich. Menschen, die bewusst die Welt mit ihren Gedanken und Gefühlen  bunt und interessant machen. Menschen, die sich bewusst durch keine Schablone pressen lassen. Menschen, die sich bewusst sind, dass sie leben und dieses Leben mit all seinen Facetten leben. Einfach Leben um des Lebens willen. Genau dieser Lebenswille, das ist mehr als nur der Wille zu existieren, seinen Körper zu ernähren das er noch Leistung erbringen kann. Lebenswille ist, sich zu entfalten, so wie es das eigene Herz wünscht. Wo nicht bewertet wird, ob es richtig oder falsch ist. Man tut es, weil die Seele danach verlangt und das ist das Höchste, was wir erreichen können und wollen. Die innere Zufriedenheit, alles getan zu haben, was uns im Herzen glücklich macht. Das ist eine Sache, die können wir nicht in einer Kostenrechnung zusammenrechnen. Das Herz und das Gefühl und in der Summe das Leben, finden wir alle in keiner Bilanz. Das finden wir nur in uns selber. Prüfen wir also was, uns glücklich macht, und dann tun wir es auch. Fragen sie niemals einen anderen, ob sie es dürfen. Das ist das einzige Recht, was sie wirklich haben und das von Geburt an. Haben wir den Mut zu Leben. Gerade in den Zeiten der Wahlen predigen unsere Politiker viel Wasser und trinken selber noch mehr Wein. Das Volk soll sparen, soll auf sein Leben verzichten. Aber die Wirtschaft und Politik lassen es sich, wie Maden im Speck, gut gehen.<br />
Beginnen Sie heute mit Ihrem eigenen Leben und glauben Sie nicht mehr alles, was Ihnen erzählt wird. Haben Sie den Mut zum eigenen Risiko, spüren Sie Ihr Herz, wie es vor Aufregung schlägt, weil dann spüren Sie, dass Sie leben.<br />
Am Ende unseres Lebens soll auf unseren Grabsteinen stehen „ Gelebt von bis“ und nicht „Daneben gestanden von bis“</p>
<p>In diesem Sinne: Leben Sie mal wieder!</p>
<p>Ihre Danielle Wünschmann<br />
www.dieanders-denker.de</p>
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		<title>Kirchenasyl: Köditz (LINKE) fordert „Schutz statt Schikane“</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Jun 2009 12:52:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[„Wie groß muss die Verzweiflung von Menschen wohl sein“, fragt die Grimmaer Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz nach einem Besuch am Donnerstag bei den vier Flüchtlingsfamilien in der Frauenkirche, „wenn das unwirtliche Quartier in einer Kirche der Unterbringung im Heim in Bahren vorgezogen wird? Wie groß muss die Verzweiflung sein, wenn Kinder und eine hochschwangere Frau dem [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>„Wie groß muss die Verzweiflung von Menschen wohl sein“, fragt die Grimmaer Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz nach einem Besuch am Donnerstag bei den vier Flüchtlingsfamilien in der Frauenkirche, „wenn das unwirtliche Quartier in einer Kirche der Unterbringung im Heim in Bahren vorgezogen wird? Wie groß muss die Verzweiflung sein, wenn Kinder und eine hochschwangere Frau dem ausgesetzt werden?“ Sie sei der Kirchengemeinde für diesen Akt der Nächstenliebe dankbar, habe jedoch keinerlei Verständnis für das bürokratische Verhalten des Landkreises. Es seien immer wieder unwürdige Zustände in den Flüchtlingsunterkünften des Kreises beklagt worden. Für Abhilfe sei, wenn überhaupt, nur sehr zögerlich gesorgt worden. „Ich halte es jedenfalls nicht für pädagogisch wertvoll, wenn Kinder mit Kakerlaken spielen“, kommentiert sie bitter.<br />
Die Sächsische Ausländerbeauftragte führt in ihrem Bericht für das Jahr 2008 aus, dass Familien Asylsuchender „häufig in Privatwohnungen“ lebten. Rund ein Drittel der in Sachsen lebenden Flüchtlinge sei inzwischen dezentral untergebracht. In einigen Landkreisen liege die Quote bei über 50 Prozent. „Angesichts anhaltend deutlich sinkender Flüchtlingszahlen“, meint Köditz, „ist es unverständlich, dass die von den in der Frauenkirche Schutzsuchenden geforderte Unterbringung in Wohnungen nicht längst der Regelfall ist. Der Kostendruck kann jedenfalls kein Grund zum Festhalten an der jetzigen Regelung sein.“<br />
Sie habe immer wieder Klagen über die rigide Vorgehensweise des Ausländeramtes im Kreis zu hören bekommen. „Es kann doch nicht angehen, dass sich das Amt gegenüber Menschen, die hier Schutz vor Verfolgung suchen, nach Herrenmenschenart aufführt“, kommentiert Kerstin Köditz, die für DIE LINKE auch Kreisrätin ist. „Es gibt eine ganze Reihe an Fragen sowohl zu den Zuständen in den Flüchtlingsunterkünften des Kreises als auch zum Verhalten des Ausländeramtes.“ Die Linksfraktion werde diese im Kreistag stellen und sich nicht mit Ausflüchten zufrieden geben. „Vielleicht erfolgen ja aber schnelle Änderungen, wenn die Führung des Amtes unter den gegenwärtigen Bedingungen selbst einige Tage in einer der Asylunterkünfte des Kreises zubringt“, meint Köditz. Sie könne nur hoffen, dass möglichst viele Menschen ihre Solidarität direkt in der Frauenkirche zum Ausdruck bringen und konkrete Hilfe leisten. </p>
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		<title>&#8220;Nationales Wurzelgeflecht&#8221; mit großen Lücken</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Jun 2009 17:45:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Kommunalwahlen in Sachsen und die Bäume, die nicht in den Himmel wachsen &#8220;Ich soll mich &#8220;Demokrat&#8221; nennen&#8230;?&#8221;, fragt empört der Jurastudent Manuel Tripp. &#8220;Mit welchem Sinn? Das könnte ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren&#8230;&#8221; Tripp ist am 7. Juni in der Kleinstadt Geithain, südlich von Leipzig gelegen, in den Stadtrat gewählt worden. 415 Stimmen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kommunalwahlen in Sachsen und die Bäume, die nicht in den Himmel wachsen</p>
<p>&#8220;Ich soll mich &#8220;Demokrat&#8221; nennen&#8230;?&#8221;, fragt empört der Jurastudent Manuel Tripp. &#8220;Mit welchem Sinn? Das könnte ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren&#8230;&#8221; Tripp ist am 7. Juni in der Kleinstadt Geithain, südlich von Leipzig gelegen, in den Stadtrat gewählt worden. 415 Stimmen (5,4%) hatte er als einziger Kandidat der NPD erhalten, mehr als die FDP. Tripp gehört der NPD nicht an. Er ist der örtliche Führer des &#8220;Freien Netzes&#8221;, einer Struktur militanter Kameradschaften, die mit den Erscheinungsformen der Autonomen Nationalisten einen knallharten Hitlerismus verfechten. Das Spektrum ihrer Aktionen reicht vom Fußballturnier über den &#8220;ersten mitteldeutschen Reitausflug&#8221; gemeinsam mit den JN und Schulungen mit dem Schweizer Holocaustleugner Bernhard Schaub oder Vortragsveranstaltungen mit den österreichischen Neonaziführern Jörg Schimanek und Gottfried Küssel bis hin zu einer Vielzahl an Demonstrationen mit jeweils mehreren hundert Teilnehmenden.<br />
Manuel Tripp ist nicht der einzige Kader des &#8220;Freien Netzes&#8221;, der bei den sächsischen Kommunalwahlen für die NPD ins Rennen gegangen ist. In der Nachbarstadt Borna, bis Ende Juni noch Sitz des Vereins &#8220;Gedächtnisstätte&#8221;, zog Tony Keil in den Stadtrat ein. Mit ihm kandidieren vier weitere Aktivisten aus dem Spektrum des &#8220;Freien Netzes&#8221; für das Kommunalparlament. Zwei von ihnen gaben übrigens das Domizil des Vereins &#8220;Gedächtnisstätte&#8221; als Wohnsitz an. In Leipzig war es der dortige Führungsmann des &#8220;Freien Netzes&#8221;, Istvan Repaczki, der für die NPD ins Rennen ging. Er ist Mitglied der JN. Der jetzige Landesvorsitzende der JN, Tommy Naumann, ebenfalls für den Stadtrat in Leipzig angetreten, gibt an, er sei &#8220;mehrere Jahre Freier Aktivist in der Nationalen Bewegung&#8221; gewesen.<br />
Hauptverantwortlicher für diese inzwischen nahezu symbiotische Verzahnung zwischen der NPD und dem &#8220;Freien Netz&#8221;, das von der sächsischen Staatsregierung noch immer als reine Internetplattform mit Lokalseiten eingestuft wird, dürfte der Delitzscher Maik Scheffler sein, der in den Stadtrat seiner Heimatstadt gewählt wurde. Er gehört inzwischen wieder, wie bereits zwischen 1997 und 1999, zugleich der NPD an. Nach seinem Wiedereintritt legte er eine Blitzkarriere hin. Er tritt für die NPD nicht nur zur Bundestagswahl an, sondern ist zugleich Organisationsleiter der Partei für den gesamten ehemaligen Regierungsbezirk Leipzig.<br />
Das, was der NPD in anderen Regionen der Bundesrepublik Sorgen bereitet, nämlich die Zusammenarbeit mit den so genannten Freien Kräften, stellt also in weiten Teilen Sachsens kein Problem dar. Damit ist zugleich die notwendige Manpower gewährleistet um die massenhafte, flächendeckende Plakatierung abzusichern. Die Finanzkrise der Bundespartei kann auf diese Weise zumindest abgefedert werden. Kein gutes Zeichen für die Landtagswahl Ende August.<br />
Kein gutes Zeichen auch, dass die NPD das gewünschte Bild des Erfolges auf kommunaler Ebene nach den Stadt- und Gemeinderatswahlen öffentlich vermitteln kann, auch wenn Holger Apfel, Fraktionsvorsitzender der NPD im Sächsischen Landtag, in einem Anflug von Realismus einräumt, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Tatsächlich wird die NPD die Resultate mit einem lachenden und einem weinenden Auge gesehen haben.<br />
Betrachten wir den Landkreis Leipzig als Beispiel. Hier ist die NPD in 18 von 41 Kommunen des Kreises mit mehr als 50 Kandidaten angetreten. Vier Stadtratsmandate hatte sie 2004 errungen. Nach der Wahl vom 7. Juni sind es 13 in zwölf Städten und Gemeinden. In Parthenstein entschied das Los. Der ehemalige DSU-Funktionär Peter Köppe, der als Parteiloser für die NPD angetreten war, gewann den Münzwurf gegen den Kandidaten der SPD, die nun nicht mehr im Gemeinderat vertreten ist. In einigen Kommunen, z.B. Brandis und Machern, traten mehr Personen für die NPD an als für demokratische Konkurrenten. Die Spitzenleute schafften jeweils den Sprung in die Räte.<br />
Und trotzdem bietet sich für die Neonazis kein ungetrübtes Bild der Freude. Ihre Kreisräte Sven Tautermann (Nerchau) und Gerd Fritzsche (Borsdorf) scheiterten mit den Kandidaturen in ihren Heimatorten. Fritzsche hatte zur Bürgermeisterwahl Anfang 2006 noch fast zehn Prozent der abgegebenen Stimmen bekommen. Zur Kreistagswahl im vergangenen Jahr war er in weiser Voraussicht in einem Wahlkreis angetreten, der ihm aussichtsreicher zu sein schien als der zu seinem Heimatort gehörende. In Borsdorf selbst machte Fritzsche, der auch auf der Landesliste für die NPD zum Landtag kandidiert, lediglich durch Fragekanonaden im Gemeinderat und durch Angriffe auf den CDU-Bürgermeister, die oft deutlich unter der Gürtellinie liegen, von sich reden. Das deutsche Herrenmenschentum des Burschenschafters zahlte sich letztlich nicht aus.<br />
In ihrer Hochburg Wurzen verlor die NPD eines ihrer bisherigen drei Mandate. In der Kleinstadt Colditz, wo es in den vergangenen Jahren wiederholt zu gewalttätigen Angriffen der Neonazis durch bis zu 100 Personen gekommen war, wurde der Einzug in den Stadtrat deutlich verfehlt. In beiden Fällen ist eine Veränderung des kommunalen Agierens als mitursächlich auszumachen. In Wurzen wurde im vergangenen Jahr der bisherige CDU-Oberbürgermeister abgewählt, der Ignorieren und Ableugnen des Problems als Strategie gewählt hatte. Sein Nachfolger Jörg Röglin (parteilos) hat den Kampf gegen rechts zur Chefsache erklärt. Ein langsamer Klimawandel in der Stadt lässt sich als positives Signal ausmachen. In Colditz ist ein allmähliches Umdenken des früher untätigen Bürgermeisters Manfred Heinze (FDP) festzustellen, der nicht mehr tatenlos zusehen will, dass die Innenstadt von Colditz spätestens nach Einbruch der Dunkelheit eine &#8220;national befreite Zone&#8221; zu sein scheint. Zudem hat sich mit dem Verein &#8220;Freiräume Muldental&#8221; ein lokaler zivilgesellschaftlicher Akteur herausgebildet, der Konzerte und Veranstaltungen durchführt. Beides hat dazu beigetragen, dass der Einfluss der Neonazis keine zählbaren Auswirkungen für den Stadtrat hatte.<br />
Über 74 Stadt- und Gemeinderäte verfügt die NPD in Sachsen nunmehr. Das letzte Mandat feierte sie am 20. Juni. In Riesa hatte die von ihr beantragte Neuauszählung von Stimmen ergeben, dass sie doch nicht eines ihrer bisherigen zwei Mandate verloren hatte. Prompt schwadroniert sie von groß angelegter Wahlfälschung zu ihren Lasten. Es dürfte sich um kaum mehr als um das berühmte Pfeifen im Walde handeln um sich selbst Mut zu machen.<br />
Denn 74 Mandate ist deutlich weniger als sich die NPD als Ziel gesteckt hatte. Sie war in über 100 Kommunen, damit in jeder fünften Sachsens, mit insgesamt mehr als 300 Kandidierenden angetreten und wollte über 100 Mandate erreichen. So schlimm ist es nicht gekommen. Kommunalwahlen sind vor allem Personenwahlen. Je kleiner der Ort ist, desto schwerer wird es für unbekannte Bewerber ein Mandat zu erzielen. Wenn trotzdem fast durch die Bank Ergebnisse von mehr als drei Prozent errungen werden konnten, stimmt dies bezüglich der Landtagswahl bedenklich.<br />
Zudem bleibt festzustellen, dass es inzwischen keinen Kreis und keine kreisfreie Stadt im Freistaat ohne NPD-Präsenz mehr gibt. Besonders bleibt festzuhalten, dass die Partei nunmehr in den Räten der meisten aktuellen und ehemaligen Kreisstädte vertreten ist. Gerade in den größeren Orten zeigt sich, dass die NPD über eine relativ feste Stammwählerschaft verfügt, die sich von Führungsstreitigkeiten, Skandalen und Finanzmangel keineswegs beeindrucken lässt. Kein Grund zum Jubeln also, auch wenn es noch schlimmer hätte kommen können. </p>
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		<title>Köditz unterstützt Schüler-Streikaktion (LVZ Muldental, 19.06.2009)</title>
		<link>http://www.kerstin-koeditz.de/blog/2009/06/koditz-unterstutzt-schuler-streikaktion-lvz-muldental-19062009/</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 16:17:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienecho]]></category>

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		<description><![CDATA[Grimma. Die Demonstration von Schülern des Grimmaer Gymnasiums St. Augustin für Veränderungen im Bildungssystem (die LVZ berichtete gestern) wird auch von der Grimmaer Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz (Linke) begrüßt. Sie freue sich, dass nicht nur in den Großstädten, sondern auch in Grimma Schüler initiativ geworden seien. &#8220;Indem diese jungen Leute für ihre eigenen Interessen eintreten, kämpfen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Grimma. Die Demonstration von Schülern des Grimmaer Gymnasiums St. Augustin für Veränderungen im Bildungssystem (die LVZ berichtete gestern) wird auch von der Grimmaer Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz (Linke) begrüßt. Sie freue sich, dass nicht nur in den Großstädten, sondern auch in Grimma Schüler initiativ geworden seien. &#8220;Indem diese jungen Leute für ihre eigenen Interessen eintreten, kämpfen sie letztlich für die Interessen der Allgemeinheit.&#8221; Sie habe sich vor Ort informiert und ihre weitere Unterstützung zugesagt. &#8220;Ich bin allerdings enttäuscht über die Reaktionen aus der Lehrerschaft&#8221;, kommentiert sie. &#8220;Als diese vor einigen Jahren für ihre Forderungen auf die Straße gegangen sind, haben die Schüler sie solidarisch unterstützt. Diese Solidarität ist leider jetzt ausgeblieben. Stattdessen erfolgte Druck durch die Schulleitung.&#8221; </p>
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