Rechtsextremismus Köditz: Neonazis verstärkt in Limbach-Oberfrohna aktiv (mdr, 06.02.2012)

Feb 8th, 2012 | Von | Kategorie: Medienecho

Nach Erkenntnissen der sächsischen Linken-Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz sind Rechtsextremisten derzeit verstärkt in der Stadt Limbach-Oberfrohna (Kreis Zwickau) aktiv. Es gebe Bestrebungen, dort eine “national befreite Zone” zu etablieren, sagte die Extremismusexpertin am Montag in Dresden. Die Zahl der Straftaten, die dem rechten Spektrum zuzuordnen sind, seien von 24 im Jahr 2008 auf 48 im Jahr 2010 “geradezu explodiert”. Köditz warf der Kommunalpolitik vor, das Problem herunterzuspielen. An diesem Donnerstag gibt es im Landtag auf Initiative der Linken eine Anhörung zu rechtsextremer Gewalt in der 25.000 Einwohner zählenden Stadt und den Maßnahmen der Regierung dagegen.

“Ein zweites Mittweida”

Limbach-Oberfrohna drohe “ein zweites Mittweida zu werden”, sagte Köditz. Dort war die rechtsextreme Gruppe “Sturm 34″ beheimatet, die

2007 vom Innenministerium verboten wurde. Fast täglich komme es in Limbach-Oberfrohna zu Vorfällen wie tätlichen Angriffen auf “bunthaarige” Jugendliche, erklärte die Linken-Abgeordnete. Die Gruppe der gewalttätigen rechten Jugendlichen schätze sie auf etwa 40 Personen, die zum Teil auch von außerhalb kämen. So seien an den rechten Aktionen unter anderem auch ehemalige “Sturm 34″-Mitglieder beteiligt.

Das Zwickauer Amtsgericht hatte im vergangenen Jahr einen 20-Jährigen wegen Brandstiftung, vorsätzlicher Körperverletzung, Diebstahls und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu einer Jugendstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Er hatte im Herbst 2010 einen linksalternativen Jugendtreff in Limbach-Oberfrohna in Brand gesteckt.

 


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