Experte sicher: Regierung verharmlost Nazi-Problem (Chemnitzer Morgenpost, 10.02.2012)
Feb 12th, 2012 | Von dermarsl | Kategorie: MedienechoBrandanschläge auf Jugendclubs, eingeschlagene Scheiben, Prügeleien: Seit Jahren macht Limbach-Oberfrohna Schlagzeilen mit rechtsextremer Gewalt. Jetzt war das Nazi-Problem der Stadt Thema bei einer Expertenanhörung im Landtag.
Dresden. Aus Sicht des Politikwissenschaftlers Hajo Funke verharmlost die Staatsregierung rechte Gewalttaten in Limbach-Oberfrohna. „Dort gibt es eine feste rechte Gruppierung. Das Problem ist nicht gelöst.“
In der Stadt gibt es einen harten Kern von etwa zehn Rechtsextremisten und rund 40 Mitläufer, sagte der Chemnitzer Polizeipräsident Uwe Reißmann: „Ab 2008 kam es verstärkt zu politischen Straftaten aus dem rechten Bereich.“ Von zwölf in den vergangenen zwei Jahren festgenommenen Verdächtigen seien neun noch inhaftiert. Die Polizei habe allein seit Juni 2011 fast 550 Menschen in der Stadt kontrolliert.
Der Präventionskoordinator von Limbach-Oberfrohna, Dietrich Oberschelp, räumte ein, dass die Stadt zwar ein „rechtes Problem“ habe. Es gebe aber Gegenmaßnahmen. Vertreter von Opferberatungs- und Kulturvereinen mahnten die Stadt, Bürgerinitiativen gegen Rechts mehr zu unterstützen. Nach Ansicht der Extremismusexpertin der Linken, Kerstin Köditz, sind die Behörden vor Ort überfordert – sie verlangt Hilfen der Staatsregierung.






