Die NPD-Nordsachsen hat nach Parteiangaben am 25. September 2010 “das
erste Schulungszentrum der nationalen Bewegung in Delitzsch” eröffnet.
Zu diesem Anlass habe es einen “Vortrag über „Casa Pound“ – ein
italienisches Projekt zur Freiraumschaffung” gegeben, so die NPD weiter.
“Zahlreiche Kameraden der Jungen Nationaldemokraten, der Freien Kräfte
sowie der NPD [konnten] in den neuen Räumlichkeiten begrüßt werden, die
der NPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Gansel finanziell fördert”, schreibt
die Partei weiter. Das Delitzscher Schulungszentrum sei das erste “von
insgesamt drei geplanten Zentren in Nordsachsen und dient der
nationalpolitischen Bildung und Förderung des volkstreuen Nachwuchses”.

Casa Pound Italia ist Teil der neofaschistischen Bewegung in Italien.
„Wir bauen die Welt, die wir wollen!“, schreien die Militanten auf der
Internetseite der Gruppe, inspiriert an den Worten eines Dichters und
bereit, in Aktion zu treten. Ein Blick auf die Bewegung, die sich
einerseits am Faschismus inspiriert, aber andererseits das Etikett des
„Rechtsextremismus“ zurückweist. Ein Hintergrundartikel im Cafebabel.

Nordsachsens NPD-Vorsitzender Maik Scheffler erklärte dazu: “Mit dem
Schulungszentrum in Delitzsch und den geplanten Zentren in Eilenburg und
Oschatz wird das organisatorische Netz der nationalen Jugendarbeit noch
engmaschiger. Nordsachsen wird damit zu einer Muster- und Modellregion,
die den politischen Widerstand gegen die Volksverräter von unten nach
oben wachsen läßt.”

Linkspartei-Politiker besporgt

„Erhebliche Besorgnis“ wegen der Eröffnung des „nationalen
Schulungszentrums“ äußerten die Landtagsabgeordneten der Linkspartei
Kerstin Köditz (Grimma) und Thomas Kind (Delitzsch). „Es muss alle
Demokraten zur Vorsicht mahnen, wenn die NPD im Kreis Nordsachsen
gleichzeitig die geplante Schaffung weiterer Treffpunkte in Eilenburg
und Oschatz ankündigt“, meint Köditz, die Sprecherin für
antifaschistische Politik ihrer Partei im Landtag. Sie stimme der
Einschätzung der Staatsregierung zu, dass „dadurch weiteres
Personenpotenzial Zulauf zur Szene“ findet und dass üblicherweise „in
solchen Objekten rechtsextremistisch motivierte Straftaten begangen“
werden. „Dies ist gerade im Landkreis Nordsachsen gravierend, da der
dortige Kreisverband der NPD seit einiger Zeit durch militante Neonazis
übernommen worden ist“, fügt die Landtagsabgeordnete der LINKEN hinzu.

Ihr Delitzscher Kollege Thomas Kind ergänzt: „Es langt nicht aus, dass
Landrat Czupalla bei einer Veranstaltung im Dezember vergangenen Jahres
wörtlich forderte, ‚offensiv, öffentlichkeitswirksam und nachhaltig
gegenüber jeglichen extremistischen Tendenzen Flagge zu zeigen‘, wenn
diesen Worten nicht auch Taten folgen.“ In der Pflicht sei die
Koordinierungsstelle des Landratsamtes gegen Extremismus und Gewalt.
„Uns nützen gut gemeinte Stellen in der Verwaltung wenig“, so Kind,
„wenn diese nicht tatsächlich offensiv, öffentlichkeitswirksam und
nachhaltig vorgehen.“ Er vermisse entsprechende Schritte des Landkreises
nach der genannten Veranstaltung. „Dieses Problem ist viel zu
gefährlich, als dass man es bei Schönwetterreden belassen könnte.“

Kind und Köditz zeigten sich einig, dass die Gründung eines „Runden
Tisches gegen die extreme Rechte und Rassismus“ im Landkreis überfällig
und notwendig sei.

http://npd-blog.info/2010/09/27/nationales-schulungszentrum-in-delitzsch-eroffnet/


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