Köditz: Das macht mich traurig, wenn ich so etwas höre (LVZ Muldental, 06.08.2010)

Aug 10th, 2010 | Von | Kategorie: Allgemein, Medienecho

Sommertour der Linken-Fraktion im Sächsischen Landtag macht Station auf dem Grimmaer Markt

Grimma (sho). Hier gab es keine Hopseburg und keine Luftballons, auch wurden keine Kinder-Gesichter geschminkt. Auch sonst ging es gestern zur Sommertour der Fraktion der Linken im sächsischen Landtag um einiges ruhiger zu als vor ein paar Tagen, als die sächsische FDP-Fraktion ihren Sommertour-Stand auf dem Markt aufgebaut hatte und zum Teil Schelte für in Dresden beschlossene Entscheidungen einstecken musste (die LVZ berichtete). Einige kamen gestern, um für die Kinder ein paar Seifenblasen abzufassen oder für sich selbst einen Kuli. Wochenmarkt-Besucher wie Udo Scharff traten an den Stand, um ein wenig mit der Grimmaer Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz oder der Linken-Ortsvorsitzenden Tina Grüneberger zu plaudern und diesen oder jenen Witz zu reißen.
Dass sie manche Dinge in der gegenwärtigen Politik nicht unbedingt witzig finden, brachten zwei ältere Frauen zum Ausdruck, die mit Armin Krause, Mitarbeiter der Linken-Fraktion, ziemlich erregt ins Gespräch kamen. Frauen, die jahrzehntelang gearbeitet hätten, würden nun mit 60 in die Rente geschickt und müssten sich für immer mit den 18 Prozent Abzügen abfinden, aber jüngere Leute, die gar nicht arbeiten wollen, würden auf Kosten des Staates leben. Andere machten ihrem Ärger über die noch immer unterschiedliche Bezahlung zum Beispiel der Pflegekräfte von Ost und West Luft. “Jetzt haben wir zwar die Reisefreiheit, aber wer gibt uns das nötige Geld, dass wir sie nutzen können?”, kam in der Runde auch eine Frage auf. “Es hat ja überhaupt keinen Sinn, den Mund aufzumachen und zu sagen, was wir wirklich denken, es ändert sich ja sowieso nichts”, sprach eine ältere Frau das aus, was augenscheinlich viele der interesselos am Linken-Stand vorbeilaufenden Menschen dachten.
In punkto Rente schaut die Linken-Politikerin Kerstin Köditz für die anderen Bürger schon etwas in die Zukunft. “Ich sage immer zu den jungen Leuten: Sammelt heute schon Rentenpunkte, sonst werdet ihr in den späteren Jahren ziemlich erschrecken, weil ihr nichts habt.” Und zu jenen, die vom Sowieso-nichts-ändern sprachen, meinte die Abgeordnete: “Das macht mich immer sehr traurig, wenn ich so etwas höre. Vielmehr sollten die Menschen wieder auf die Straße gehen und lautstark ihre Proteste formulieren.”

Text: Silke Hoffmann, LVZ
Bild: Marcel Gürnth


Nach oben

Leider können Sie hier keine Kommentare hinterlassen.


Nach oben