Interview mit NPD-Zeitung (Harburger Anzeigen und Nachrichten, 10.04.2010)
Apr 15th, 2010 | Von dermarsl | Kategorie: MedienechoBuchholz. Ist der bekannte Ramelsloher Landschaftsarchitekt Wolfram Schiedewitz ein Verfassungsfeind oder gar ein gefährlicher Rechtsextremist? Fakt ist: Als Vorsitzender des Vereins Gedächtnisstätte e.V. hat Schiedewitz der Zeitschrift „hier & jetzt” (Eigenwerbung: „radikal rechte Zeitung”) der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten ein Interview gegeben, das für Aufregung sorgt.
Nach Angaben der sächsischen Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz (Die Linke) gehört Schiedewitz zu einem bundesweiten Netzwerk aus Holocaustleugnern und Geschichtsrevisionisten.
Am Dienstag, 13. April, wollen Kerstin Köditz und ihr Mitarbeiter Völkmar Wölk ab 19.30 Uhr im „Deutschen Haus” in der Kirchenstraße 15 in Buchholz einen Vortrag über die „Vernetzung der extremen Rechten von Borna bis Buchholz” halten.
Die Referenten wollen belegen, dass es auch im Landkreis Harburg Menschen gibt, „die nicht nach Skinhead-Ma-, nier pöbeln und offensichtlich dummes Zeug erzählen, sondern ganz konkrete Netzwerke als Verknüpfungen verschiedenster rechter Organisationen aufbauen und am Leben erhalten”.
Nach Recherchen der Autorin tarnen sich Akteure unter anderem mit dem Deckmantel von Vereinen. Über „wirtschaftliche Zusammenhänge rechter Strukturen” aufklären will bei dem Infoabend der Bundestagsabgeordnete Herbert Schui aus Buchholz (Die Linke). Die Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz liest aus ihrem Buch „Und morgen? Extreme Rechte in Sachsen”. Darin beschreibt sie auch die Verflechtungen des Vereins Gedächtnisstätte mit den mittlerweile wegen Verherrlichung der NS-Gewaltherrschaft verbotenen rechtsextremen Vereinen „Collegium Humanun” so-wie„Bauernhilfe” und die Nähe zu Funktionären der NPD.
Landschaftsarchitekt Schiedewitz, der unter anderem für die Umgestaltung des Schulhofs am Hittfelder Schulzentrums am Peper-dieksberg und des Außengeländes am Ramelsloher Kindergarten verantwortlich war (die HAN berichteten), wehrt sich gegen die Vorwürfe. Der Verein wolle ein würdiges Gedenken für die zivilen Opfer des Zweiten Weltkrieges in Deutschland ermöglichen. „Dabei schließen wir niemanden aus”, betont Schiedewitz.
Nach seiner Satzung strebt der vom Finanzamt Herford als gemeinnützig anerkannte Verein an, eine Gedenkstätte für die angeblich vergessenen „deutschen Opfer von Flucht und Vertreibung” oder der Bombenangriffe zu errichten. Mitglied kann laut Satzung nur eine „Person alleiniger deutscher Staatsangehörigkeit auf schriftlichen Antrag werden”.
Im Interview mit der Zeitschrift „hier & jetzt” betont Schiedewitz, „dass wir ausschließlich unserer eigenen Toten gedenken und nicht nur der Flüchtlinge und Vertriebenen, sondern außer der Bombenkriegstoten und Kriegsgefangenen auch der Opfergrup-pen, die gerne .unter den Tisch’ fallen: Verschleppten, Deportierten, Zivilinternier-ten, Ermordeten, Hingerichteten, der vergewaltigten Mädchen und Frauen, der („WoIfs”)-Kinder’ und Alten und nicht zuletzt der Hungertoten der unmittelbaren Nachkriegszeit.”






