CDU-Landtagsfraktion nach rechts offen?

Mrz 9th, 2010 | Von | Kategorie: Allgemein, Antifaschismus

Zum Interview des Pressesprechers der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag mit der rechtsextremen “National-Zeitung” erklärt Kerstin Köditz, Sprecherin für Antifaschistische Politik der Fraktion der LINKEN im Landtag:

Gegenwärtig kursiert in der CDU-Mitgliedschaft ein Aufruf, den angeblichen Linkstrend in dieser Partei zu stoppen. Der Landesverband Sachsen der CDU und besonders dessen Vorsitzender, Ministerpräsident Stanislaw Tillich, hätten gegenwärtig allen Grund, den Rechtstrend in ihrer Landtagsfraktion zu stoppen. Es ist wohl ohne Beispiel, dass der Pressesprecher der Fraktion einer demokratischen Partei einem Blatt ein Interview gibt, zu dessen wesentlichen Merkmalen — so das Sächsische Landesamt für Verfassungsschutz — die “Verunglimpfung demokratischer Institutionen” sowie die “Relativierung nationalsozialistischer Verbrechen — verbunden mit antisemitischen Äußerungen” gehören. Die sächsische CDU sollte sich darüber im Klaren sein, dass sie mit Distanzlosigkeit zur DVU gleichzeitig deren Bündnispartner NPD aufwertet.
Ich halte dieses Interview keineswegs für einen entschuldbaren Lapsus. Für mich stellt es ein weiteres Indiz für die Öffnung der sächsischen CDU nach rechts dar. Immerhin war Fraktionspressesprecher Dirk Reelfs vor seiner jetzigen Tätigkeit in gleicher Funktion für den damaligen Minister und heutigen Fraktionsvorsitzenden Steffen Flath tätig. Es ist kaum vorstellbar, dass ein Interview mit solch politischer Tragweite ohne den Segen des Fraktionsvorsitzenden erfolgt ist. Immerhin hat der fragende Redakteur der “National-Zeitung” keinen Zweifel daran gelassen, für welches Presseorgan die Antworten gedacht waren. Es ist wohl müßig, darauf zu hoffen, dass die Rechtsausleger in der sächsischen CDU gestoppt werden. Eine Distanzierung der Fraktionsspitze von dieser politischen Geschmacklosigkeit ist allerdings angebracht und überfällig.


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