Vermummte schlagen auf vier Männer ein (LVZ Muldental, 01.02.2010)

Feb 1st, 2010 | Von | Kategorie: Medienecho

Colditz (r.). In Colditz sind am Freitag abend vier junge Männer im Alter von 22 bis 25 Jahren von vermummten Tätern geschlagen und verletzt worden. Wie die Polizei gestern mitteilte, ereignete sich die Tat gegen 21 Uhr in der Bad Lausicker Straße. Die Fahndung habe zu vier Tatverdächtigen im Alter von 21 bis 53 Jahren geführt. Die Polizei schließt eine politisch motivierte Straftat nicht aus. Die Ermittlungen würden in alle Richtungen laufen.
Die Opfer seien in Höhe des Bornweges zunächst vom Fahrer sowie von einem weiteren Insassen eines silbergrauen Mercedes Kombi aus dem Auto heraus mehrmals beschimpft worden. Nach der verbalen Attacke habe sich das Auto wieder stadteinwärts entfernt. Kurze Zeit später habe es sich jedoch wieder von hinten den Opfern genähert. Nachdem es am Straßenrand gestoppt hatte, seien mehrere vermummte Personen ausgestiegen, unter ihnen ein 53-jähriger Tatverdächtiger. Dieser habe einem jungen Mann mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen, so dass dieser zu Fall kam und sich die Schulter verletzte. Ein weiteres Opfer wurde von einem 23-jährigen Tatverdächtigen mit Schlägen und Tritten im Gesicht verletzt. Zwei weitere Täter schlugen auf zwei weitere Personen ein.
Mit Hochdruck werde die Suche nach weiteren Tätern fortgesetzt, hieß es gestern bei der Polizeidirektion Westsachsen.
Mit Empörung reagierte der Colditzer Bürgermeister Manfred Heinz auf den Überfall. „Ich kann nur hoffen, dass die Polizei möglichst schnell die Täter überführen und ihrer Bestrafung zuführen wird“, erklärte er. An Spekulationen, ob Täter und Opfer bestimmten politischen Lagern zuzuordnen seien, wolle er sich nicht beteiligen. Das müssten die Ermittlungen und die Fakten beweisen.
Für die Grimmaer Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz (Linke) ist der Fall hingegen klar. In einer Pressemitteilung sprach sie gestern Bezug nehmend auf den Überfall in Colditz von einer „weiteren Brutalisierung der Neonazi-Szene“. „Wenn innerhalb weniger Minuten durch die Neonazis Verstärkung organisiert werden kann und deren Angriff mehrere Verletzte kostet, wenn sich nach Zeugenaussagen in Colditz weitere Neonazis als Reserve bereit hielten, dann unterstreicht dies, dass es in dem Ort eine reale, tagtägliche Gefahrensituation gibt“, erklärte sie. Polizei und der Kommunale Rat zur Kriminalitätsprävention seien in der Pflicht, Colditz wirksamere Unterstützung zu geben, so Köditz.


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