„Ich nenne Probleme mit Rechtsradikalen beim Namen“ (LVZ Muldental, 19.01.2010)

Jan 19th, 2010 | Von | Kategorie: Medienecho

Wie Muldentaler Landtagsabgeordnete in Dresden zurechtkommen – heute: Kerstin Köditz (Linke)

Muldental/Dresden. Gut drei Monate im Amt haben sie hinter sich, die im vergangenen Jahr gewählten sächsischen Landtagsabgeordneten. Wie die Politiker aus dem Muldental in Dresden agieren und worauf sie sich im Parlament konzentrieren, darüber berichten wir in einer kleinen Serie. Heute geht es um Kerstin Köditz (Linke).

Auch wenn das eine Frau nicht gerne hört: Kerstin Köditz ist ein alter Hase – zumindest im Landtag. Als einzige der vier Muldentaler, die in dieser Legislatur dem sächsischen Parlament angehören, hat sie schon Erfahrung. Seit 2001 ist die Grimmaerin in Dresden. Entsprechend leicht fiel der Einstieg in die dritte Amtsperiode. Der Sitzplatz im Plenum ist derselbe geblieben. Ihr Postkasten im Landtagsgebäude allerdings sei eine Reihe höher gerutscht, berichtet sie. Für die recht kleine Frau kein unwichtiger Punkt. „Aber ich komme gerade noch ran“, schmunzelt Köditz.
Die 42-Jährige gilt als Expertin für Rechtsextremismus und wurde erneut zur „Sprecherin für antifaschistische Politik“ ihrer Fraktion gewählt. „Ich nenne die Probleme mit Rechtsradikalen beim Namen“, beschreibt sie ihre Rolle in dieser Position. Hauptort inhaltlicher Arbeit ist für sie der Innenausschuss des Parlaments, in dem die Themenbreite von der Ausstattung der sächsischen Polizei über Grenzkriminalität und Bauordnungsfragen bis hin zu den Gebühren für die Eintragung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften reiche, wie sie berichtet. Außerdem vertritt Köditz abwesende Fraktionskollegen im Rechtsausschuss und soll auch in der Parlamentarischen Kontrollkommission für den sächsischen Verfassungsschutz mitwirken.
Den Lebensrhythmus einer Landtagsabgeordneten zwischen Plenum, Fraktions- und Ausschusssitzungen in Dresden und der Wahlkreisarbeit daheim hat sie längst intus, musste sich aber in der neuen Amtszeit ein wenig umstellen. Gab es bislang drei Plenums-Beratungstage pro Monat, sind es nun nur noch zwei – eine Lösung, die Köditz nicht gut findet: „Da ist alles so verdichtet, dass oft sogar die Mittagspause wegfällt. Und die Besucher auf der Tribüne wundern sich dann, warum viele von uns zeitweise nicht auf ihrem Platz sind.“
Für die Aktivitäten im Wahlkreis hat Köditz ihr bekanntes Büro in der Grimmaer Innenstadt behalten. Dort seien Bürger mit Fragen und Problemen aller Art jederzeit willkommen, sagt sie. In der Vor-Ort-Arbeit gehe es momentan unter anderem um mögliche Gemeindezusammenschlüsse und am Beispiel der jüngsten Radikalenübergriffe auf Fußballfans um die Frage, wie die Polizeipräsenz dem Bedarf besser entsprechen könne.
Thomas Müller


Nach oben

Leider können Sie hier keine Kommentare hinterlassen.


Nach oben