Rostock: Knapp 100 Teilnehmer zu Lesung über Neonazis in Sachsen (Endstation Rechts)

Nov 22nd, 2009 | Von dermarsl | Kategorie: Medienecho

Verfasst von Oliver Cruzcampo

Am gestrigen Abend fand in Rostock eine Lesung zum Thema “Neonazis in Sachsen” statt, die als voller Erfolg gewertet werden kann. Knapp 100 überwiegend jüngere Teilnehmer fanden sich zu der vom Verein “Soziale Bildung”(SoBi) organisierten Veranstaltung im Peter-Weiss-Haus ein.

Jeden Donnerstag organisiert der Verein Lesungen, Vorträge oder auch Filme rund um das Thema Politik. Vor Veranstaltungsbeginn erwartet die Teilnehmer regelmäßig die so genannte “Volksküche”. Dabei wird jedes Mal ein schmackhaftes und dazu preisgünstiges Gericht vorbereitet, so dass man gestärkt in die im Anschluss stattfindende Veranstaltung gehen kann.

Kerstin Köditz, Mitglied des Sächsischen Landtages und dort für die Linksfraktion Sprecherin für antifaschistische Politik, stellte ihr neues Buch “Und morgen?: Extreme Rechte in Sachsen” vor, aus dem sie im ersten Teil der Veranstaltung auszugsweise vorlas. So konnte man sich auch einen ersten Eindruck davon verschaffen, wie die Arbeit einer Landtagsabgeordneten aussieht, die sich mit NPDlern wie Apfel, Gansel & Co. auseinanderzusetzen hat. Direkt nach der Lesung wurden viele Fragen an sie gerichtet, u.a. zu ihrer Meinung nach einem erneuten NPD-Verbotsverfahren. Diesem stehe sie eher kritisch gegenüber, da es, außer dass sie dann den Fahrstuhl wie kürzlich nicht mehr mit Holger Apfel teilen müsste, wenig Veränderung brächte. Außerdem befürchte sie, dass viele Gelder im Kampf gegen Rechts gestrichen werden könnten mit der Begründung, dass die Partei ja nun verboten sei.

Nach einer kleinen Pause startete man dann in den zweiten Teil der Veranstaltung — eine Diskussionsrunde, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Neonazi-Szenen in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern herauszuarbeiten. Auch dabei kam es, trotz bereits fortgeschrittener Stunde, zu einer regen Beteiligung. Die Teilnehmer sind somit nicht nur mit vollem Magen, sondern auch neuen Einblicken in die Neonazi-Szene Sachsens nach Hause gegangen.


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