“Geithain braucht Konzept gegen Rechts” (LVZ Borna/Geithain, 17.11.2009)

Nov 17th, 2009 | Von | Kategorie: Medienecho

Geithain. Ein Marsch des sogenannten Freien Netzes soll Freitagabend in Geithain im Zusammenhang mit einer Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal in der Leipziger Straße stattgefunden haben. Polizei und Rathaus war der Sachverhalt gestern nicht bekannt.
Auch in Geithain müsse intensiv über ein Konzept gegen Rechts nachgedacht werden, bei dem alle gesellschaftlichen Gruppen einzubeziehen sind, fordert Landtagsabgeordnete und Kreisrätin Kerstin Köditz. Die LVZ sprach mit der Politikerin der Linkspartei.
Frage: Warum regen Sie so ein Konzept gerade für Geithain an?
Kerstin Köditz: Erst Ende Oktober fand hier eine Veranstaltung statt, die offensichtlich der Geschichtsklitterung dienen sollte. Eingeladen war ein ehemaliger SS-Angehöriger, um seine Sicht des Krieges darzustellen. Unlängst hat eine ähnliche Veranstaltung im thüringischen Pösneck stattgefunden, wo ebenfalls SS-Leute gesprochen haben. Auch dabei war das sogenannte Freie Netz, eine überregionale Struktur militanter parteiunabhängiger Neonazis, der Veranstalter. Während des Landtagswahlkampfes hatte dieser Personenkreis einen Vortrag mit dem NPD-Landtagskandidaten Gerd Fritzsche aus Borsdorf durchgeführt — ebenfalls in Geithain.
Was sollte in der Stadt Ihrer Meinung nach unternommen werden?
Kerstin Köditz: Ein erster Schritt könnte die Einladung des Mobilen Beratungsteams in den Stadtrat sein, damit die Kommune von dessen Erfahrungen profitieren kann.
Was versprechen Sie sich davon?
Kerstin Köditz: Ich habe immer wieder festgestellt, dass nur mit einer langfristigen, konzeptionellen Arbeit Erfolge bei der Zurückdrängung der Neonazis zu erreichen sind. Ich bin mir sicher, dass in Geithain eine aktive Zivilgesellschaft vorhanden ist, die Erfahrungen dankbar aufgreifen wird. Interview: Inge Engelhardt


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