„Fragwürdiger ‚Geschichtsunterricht’ für Neonazis“

Okt 29th, 2009 | Von dermarsl | Kategorie: Antifaschismus

Konzept gegen rechts für Geithain notwendig

Wie die Landtagsabgeordnete der LINKEN, Kerstin Köditz (Grimma), in Erfahrung brachte, planen Neonazis der Region für Freitag erneut eine Veranstaltung in Geithain. Zuletzt hatte dieser Personenkreis während des Landtagswahlkampfes einen Vortrag mit dem NPD-Landtagskandidaten Gerd Fritzsche (Borsdorf) durchgeführt.
„Diesmal handelt es sich offenkundig um einen Abend, der der Geschichtsklitterung dienen soll“, meint Köditz. „Eingeladen ist ein ehemaliger SS-Angehöriger, der seine Sicht des Krieges darstellen will. Unlängst hat eine ähnliche Veranstaltung im thüringischen Pösneck stattgefunden, wo ebenfalls SS-Leute gesprochen haben.“ Auch dabei sei das so genannte „Freie Netz“, eine überregionale Struktur militanter parteiunabhängiger Neonazis, der Veranstalter gewesen. Dieser Gruppierung soll auch der Geithainer NPD-Stadtrat Manuel Tripp nahe stehen.
„Uns erfüllt es natürlich mit Besorgnis“, meint Bernd Gnant, Ortsvorsitzender der Geithainer LINKEN, dass sich entsprechende Veranstaltungen in unserer Region mehren. Solchen fragwürdigen ‚Geschichtsunterricht’ für Neonazis durch Altnazis brauchen wird ganz und gar nicht.“ Er befürchte, dass auch wegen eines geplanten Auftritts von Liedermachern aus Thüringen durchaus mit Zulauf auch von außerhalb zu rechnen sei. „Wenn sich die Leute ‚Novus Ordo Mundi’, also ‚Neue Weltordnung’, nennen, dann ist das offenbar programmatisch gemeint und soll zeigen, was deren Ziel ist, zumal zwei der Bandmitglieder bekennende Neonazis sind.“
Er halte es für sinnvoll, wenn auch in Geithain intensiv über ein Konzept gegen rechts nachgedacht werde, bei dem alle gesellschaftlichen Gruppen einbezogen würden. „Ein erster Schritt könnte die Einladung des Mobilen Beratungsteams in den Stadtrat sein, damit wir von dessen Erfahrungen profitieren können.“ Zustimmung dafür kommt von der Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz. „Ich habe immer wieder festgestellt, dass nur mit einer langfristigen, konzeptionellen Arbeit Erfolge bei der Zurückdrängung der Neonazis zu erreichen sind. Ich bin mir sicher, dass in Geithain eine aktive Zivilgesellschaft vorhanden ist, die Erfahrungen dankbar aufgreifen wird.“


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