Kampagne: “Meine Stimme gegen Nazis” (LVZ Muldental, 24.08.09)

Aug 24th, 2009 | Von dermarsl | Kategorie: Medienecho

Colditz (ch). Nur wenige Interessierte fanden sich am Sonnabend auf dem Colditzer Marktplatz ein, um an der Kundgebung der Kampagne „Meine Stimme gegen Nazis“ teilzunehmen. Die Organisatoren machten dafür vor allem die kurzfristige Vorbereitung verantwortlich. Das Hick-Hack darum, ob in Colditz nun eine Veranstaltung stattfindet oder nicht, mit Fußballturnier oder ohne, habe Wirkung verpuffen lassen. In diesem Zusammenhang hagelte es nochmals Kritik von Kerstin Köditz, Mitglied der Fraktion der Linken im Sächsischen Landtag.
Köditz würdigte das Engagement von Bürgermeister Manfred Heinz durchaus. Er habe sich in den vergangenen Monaten mehrmals deutlich positioniert und das rechte Problem in seiner Stadt nicht unter den Teppich gekehrt. Im konkreten Beispiel jedoch habe Heinz versagt. Noch schlimmer sei nach Ansicht der Landtagsabgeordneten das Verhalten der Polizei gewesen. Angemeldete Kundgebungen seien demokratisches Recht. Es sei Aufgabe der Polizei, diese abzusichern. Wenn so gehandelt wird wie im Fall Colditz und die Polizei aus personellen Gründen absagt, bei jedem Fußballspiel hingegen ein Aufgebot auffährt wie bei einer Demonstration, müsse sich die Polizei fragen lassen, ob sie nicht Teil des Problems sei. Ihre Kritik, das betonte sie, gelte keinesfalls den Beamten, die dann doch den Colditzer Markt im Blick hatten. Die jedoch hörten die deutlichen Worte, registrierten die immer wieder vorbeifahrenden Autos, bei denen ab und an der Motor aufheulte und sie vernahmen auch das höhnische Lachen von Jugendlichen. Das sei das Problem, sagte Kerstin Köditz. „So lange hier nicht vereint Position bezogen wird, machen sich die Rechten einen Spaß draus.“


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