Geburtstagsfeier im Kanzleramt?
Aug 26th, 2009 | Von dermarsl | Kategorie: Allgemein, AntifaschismusKlar doch, aber nicht nur für Herrn Ackermann!
Als Reaktion auf die Geburtstagsfeier, die im Kanzleramt für den Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, ausgerichtet worden ist, habe ich der Bundeskanzlerin heute folgenden Brief gesendet:
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin!
Als Sie am Montag unsere Kreisstadt Borna besucht haben, haben Sie nachdrücklich die Notwendigkeit des Sparens betont. Ich freue mich, dass Sie sich eines besseren besonnen haben und nunmehr berücksichtigen, dass ab und zu alle Menschen wenigstens ein Stück Luxus brauchen. Ich begrüße deshalb die Ausweitung des Angebots des Bundeskanzleramts, indem Sie Not leidenden MitbürgerInnen eine Geburtstagsfeier in Ihrem Hause ausrichten, nachdrücklich und von Herzen!
Nachdem Sie Herrn Ackermann in schwerer Zeit die Mühen und die Kosten für eine standesgemäße Geburtstagsfeier abgenommen haben, sollte dies auch für andere Arme und Beladene möglich sein, die es ja aufgrund Ihrer Politik zahlreich in unserem Land gibt: Alleinerziehende, Behinderte und Chronisch Kranke, Migrantinnen und Migranten, auch Arbeitsmigranten wie Herr Ackermann, Flüchtlinge, Ältere… Vielen können Sie wie Herrn Ackermann auf diese Weise eine Freude machen. Ob sich allerdings die Vielen so dankbar erweisen werden, wie sicherlich Herr Ackermann, das ist nicht gesagt.
Ich hoffe hingegen sehr, dass die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland das Signal Ihres Hauses und Ihrer Regierung gut verstehen!
Wenn Sie auch der Bundeskanzlerin Ihre Meinung zu dem Vorgang mitteilen können, senden Sie einfach eine Mail an: http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Service/Kontakt/kontakt.html
Frau Merkel hat zwar, wie sie gegenüber den Medien erklärte, „Verständnis“ für die Kritik, hält diese aber für unberechtigt. Nach ihren Angaben habe es sich nicht um eine Geburtstagsfeier für Ackermann gehandelt. «Es gab hier im Umfeld, nicht etwa als Geburtstagsfeier, sondern im Umfeld des 60. Geburtstags von Herrn Ackermann ein Abendessen.» Ziel sei ausdrücklich das Gespräch von Vertretern der Wirtschaft, Kultur, Bildung und Forschung gewesen. «Ich bin jemand, der immer versucht, auch Gruppen, die normalerweise nicht zusammenkommen, zusammenzubringen.»
Eine reichlich dürftige Erklärung finde ich. Und ein weiterer Grund, weshalb Frau Merkel auf meinen Vorschlag eingehen sollte. Schließlich trifft Herr Ackermann ja nicht so häufig mit jenen zusammen, die auf Hilfe durch Hartz IV angewiesen sind.






