Muldentaler Kreistag vor zwei Jahren gegen Genversuch (LVZ Muldental, 16.04.2009)
Apr 16th, 2009 | Von admin | Kategorie: MedienechoLinken-Abgeordnete Kerstin Köditz will Beschluss auf den neuen Landkreis übertragen
Muldental (r). Bundesagrarministerin Ilse Aigner hat am Dienstag ein Verbot ausgesprochen, die Genmaissorte MON 810 in Deutschland anzubauen. Im Muldental sorgte allerdings vor zwei Jahren nicht gentechnisch veränderter Mais für Aufsehen, es ging um Kartoffeln. Ein geplanter Freilandversuch in Golzern wurde nach vielen und zum Teil heftigen Protesten abgesetzt. In der Folge beschäftigte sich auch die Politik mit dem Thema: Der damalige Muldentaler Kreistag beschloss einen Appell an die Landwirte, künftig ohne gentechnisch veränderte Kulturen auszukommen. Die Kommunen sollten dafür sorgen, dass es auch keine Versuche damit im Muldental gibt.
Diese von den Linken eingebrachte Willensbekundung wurde Ende Juni 2007 beschlossen, ohne wirklich eine Mehrheit zu finden. Das Abstimmungergebnis: 15 Ja-Stimmen, 14-mal Nein, weit über 20 Enthaltungen. “Der Antrag ist damit angenommen”, erklärte damals Landrat Gerhard Gey (CDU) — weil Enthaltungen nicht mitgezählt werden. Die Initiatoren freuten sich, obwohl sie gerade mal ein Viertel der Kreisräte hinter sich hatten — und sie wollen den damaligen Beschluss jetzt auf den neuen Landkreis übertragen. Für die Linken-Kreisrätin Kerstin Köditz ist es “notwendig, dass der Kreistag im Landkreis Leipzig die Willensbekundung des damaligen Kreistages Muldentalkreis aus dem Jahr 2007″ übernimmt. Ihre Partei habe eine klare Position gegen die so genannte “grüne Gentechnik”. Sie sehe sich dabei in Übereinstimmung mit den Verbrauchern, die in ihrer übergroßen Mehrheit genmanipulierte Lebensmittel ablehnen, so Köditz. In diesem Zusammenhang sei für sie die Stellungnahme des Kreisbauernverbandes Borna-Geithain bedauerlich, der sich die Option für Genpflanzen offen halten wolle.








