Genmais: “Ein notwendiger erster Schritt”

Apr 14th, 2009 | Von admin | Kategorie: Allgemein, Landkreis Leipzig

„Dass Bundesagrarministerin Ilse Aigner heute den weiteren Anbau der einzigen bisher zugelassenen Sorte von Genmais verboten hat, ist ein notwendiger erster Schritt, dem jetzt weitere folgen müssen, damit das Ziel einer völligen Untersagung des Anbaus genmanipulierten Pflanzen erreicht wird“, kommentiert die Grimmaer Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz das am 14. April ausgesprochene Verbot für die Genmaissorte „MON 810“. „Dieser Schritt ist“, so die Politikerin der LINKEN weiter, „ist auch von regionaler Bedeutung, weil der größte Teil der geplanten 3.600 Hektar Anbaufläche für Genmais in Ostdeutschland liegt.
Die Landtagsabgeordnete hält die jetzt ausgesprochene Maßnahme für „überfällig“ und verweist darauf, dass in einigen EU-Staaten der Anbau von Genmais bereits verboten sei. Letztlich sei die Gentechnik nicht zu kontrollieren und zu begrenzen. Sie verweist darauf, dass auch in Honig bereits Genmais-Pollen gefunden worden seien, obwohl es für diese Pflanzensorte keine Zulassung als Lebensmittel gebe. „Ich freue mich darüber, dass die Imkervereine des Landkreises mit ihrem Offenen Brief gegen die Gentechnik auf die Gefahren dieses Verfahrens hingewiesen haben und einen gentechnikfreien Landkreis fordern“, so die Grimmaer Kreisrätin, die auch bereits gegen den geplanten Anbau von Genkartoffeln in Golzern zu Felde gezogen war. Für sie sei es notwendig, dass der Kreistag im Landkreis Leipzig die Willensbekundung des damaligen Kreistages Muldentalkreis aus dem Frühjahr 2007 „Zukunft der Landwirtschaft im Muldentalkreis – ohne Anbau gentechnisch veränderter Kulturen!“ übernehme. Ihre Partei habe eine klare Position gegen die so genannte „grüne Gentechnik“. Sie sehe sich dabei in Übereinstimmung mit den Verbrauchern, die in ihrer übergroßen Mehrheit genmanipulierte Lebensmittel ablehnen.
„Die Forderungen nach dem jetzt ausgesprochenen Verbot sind besonders laut in den Kreisen der Agrarwirtschaft gewesen“, führt sie weiter an. „Das ist ein Zeichen dafür, dass auch dort ein Umdenken stattfindet.“ In diesem Zusammenhang sei die Stellungnahme des Kreisbauernverbandes Borna-Geithain bedauerlich, der sich die Option für Genpflanzen offen halten wolle. „Wer wirklich eine versachlichte Diskussion will“, meint Köditz, „muss auch auf Gefahren hinweisen, wenn er verantwortungsbewusst handeln will. Die Übernahme der Propaganda der Konzerne, die an der Genmanipulation verdienen und irreführend Gentechnik und natürliche Kreuzung gleichsetzen, nützt niemanden etwas. Das gilt auch für die Landwirtschaft.“

Tags: , , , ,

Nach oben

Kommentar hinterlassen


Nach oben