Zum heutigen Verbot der neonazistischen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) durch den Bundesinnenminister erklärt Kerstin Köditz, Sprecherin für antifaschistische Politik der Linksfraktion:

“Es ist zu begrüßen, dass der Bundesinnenminister nach monatelangem Zögern endlich einen überfälligen Schritt vollzogen hat. Dass die HDJ eindeutig in der Tradition der HJ steht, war für alle Beobachtenden längst offensichtlich. Nunmehr ist wenigstens gesichert, dass unter dem Label HDJ in diesem Jahr keine weiteren Veranstaltungen in Sachsen wie das Osterlager im AWO-Heim Limbach (Vogtland) oder das Pfingstlager in Zschadrass (Landkreis Leipzig) stattfinden können. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass im Zuge des Verbots auch Objekte in Sachsen betroffen waren, obwohl das Innenministerium lange Zeit die Existenz von Strukturen der HDJ im Freistaat negiert hat.
Für mich ist fraglich, ob ein Verbot mit Ansage Sinn macht. Spätestens seit der Razzia im letzten Oktober konnte die HDJ davon ausgehen, dass ein solcher Schritt bevorsteht. Es bestand also ausreichend Zeit, weiteres belastendes Material zu entsorgen und in Ruhe den Aufbau von Ersatzstrukturen vorzubereiten. Leider ist also auch in diesem Fall festzustellen, dass gut gemeint häufig das Gegenteil von gut ist.


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