Linke küren Bewerber-Trio (LVZ Muldental, 09.03.2009)
Mrz 9th, 2009 | Von admin | Kategorie: MedienechoJunger Gewerkschafter will in Landtag, erfahrener Finanzpolitiker kandidiert für den Bund
Deuben. Nelken auf den Tischen und jede Menge Glückwünsche: Der Frauentag war allgegenwärtig bei der gestrigen Kandidatenkür der westsächsischen Linken in Deuben. Passend zum 8. März wurden eine Frau und ein Mann als Landtagskandidaten für die Muldentalregion gewählt. Für den Mix aus Jugend und Erfahrung gab es klare Voten von den rund 130 anwesenden Mitgliedern. Als Bundestags-Direktkandidaten im Landkreis Leipzig bestimmten die Genossen den Bremer Finanzwissenschaftler Axel Troost, der sich über eine besonders hohe Zustimmung freuen konnte.
Insiderin: Kerstin Köditz
Das rote Schaltuch ist seit einiger Zeit ihr Markenzeichen. Politisch ist die Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz vor allem für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus bekannt. In wenigen Tagen bringt sie ein Buch über die Aktivitäten der extremen Rechten in Sachsen heraus. Obwohl sie damit ein für die Linken besonders wichtiges Politikfeld besetzt, musste die Grimmaerin gestern ein wenig zittern: Werden die einstigen Spannungen zwischen den Mitgliedern aus Muldental und Leipziger Land noch einmal aufbrechen, für die sie als frühere Muldental-Vorsitzende mitverantwortlich gemacht worden ist? Dann blieb die 41-Jährige aber parteiintern ohne Gegenkandidaten für den Wahlkreis 35 (Altkreis Grimma plus Bad Lausick) — und bekam mit knapp 77 Prozent Ja-Stimmen ein passables Ergebnis.
Köditz gehörte ab 1989 der SED an. Sie hat einen Studienabschluss in Philosophie, Soziologie und Geschichte, arbeitete von 1994 an im Büro der Landtagsabgeordneten Monika Runge und ist seit 2001 selbst im Landtag. Dort arbeitet sie im Innen- und Petitionsausschuss mit.
Klare Worte findet Köditz in der Abgrenzung zu ihrem politischen Gegner: Die CDU sei in der vergangenen Legislaturperiode mit ihrem hiesigen Vertreter im Landtag immer “auf Tauchstation gegangen”, wenn es um konkrete Wählerprobleme ging, meint sie. “Bei Grundsteinlegungen erscheint die CDU, zu den Problemen der Menschen aber schweigt sie.” Mit ihr als Abgeordneter bleibe es dabei, “dass wir uns an die Seite von Betroffenen stellen”. Anders als die CDU, so fügte Köditz hinzu, sei die NPD “keine politische Konkurrenz, sondern ein Feind der Demokratie”. Darauf wolle sie auch in Zukunft unermüdlich hinweisen.






