Erwerbslosentreff Grimma: „Ersatz muss dringend her!“
Mrz 24th, 2009 | Von admin | Kategorie: Landkreis Leipzig„Es kann doch nicht sein, dass den Banken, die sich durch verantwortungslose Spekulationen selbst in Schwierigkeiten gebracht haben, durch den Staat schnell und wahrlich unbürokratisch geholfen wird, und zugleich die Opfer der Krise im Wortsinne im Regen stehen gelassen werden wie jetzt in Grimma“, erregt sich Dieter Schulze, Kreisvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Anlass seines Zorns ist die Schließung des Erwerbslosentreffs in Grimma, wo sich längere Zeit auch der DGB-Kreisvorstand zu seinen Sitzungen getroffen hatte. Es sei nicht hinnehmbar, dass für die Besucher, bei denen es sich zum größten Teil um Langzeitarbeitslose handele, jetzt keinerlei Angebot mehr zur Verfügung stehe.
„Wir haben als Gewerkschafter das Engagement der dort Beschäftigten zu schätzen gelernt“, ergänzt Schulzes Stellvertreter Volkmar Wölk (Grimma). „Erst in der vergangenen Woche habe ich den Erwerbslosentreff besucht. Die Verbitterung der Beschäftigten und der Besucher ist mehr als verständlich. Für die Einrichtung muss dringend und schnell ein Ersatz geschaffen werden.“ Schon die bisherige Lösung sei nicht befriedigend gewesen. Gerade in einem solch sensiblen Bereich sei fest angestelltes Personal unverzichtbar, das regelmäßig geschult werde.
Der DGB sieht nach der Schließung des Erwerbslosentreffs zuerst den Landkreis in der Pflicht. „Das Subsidiaritätsprinzip kann schließlich nicht bedeuten“, erklärt der DGB-Kreisvorsitzende, „dass der Landkreis so tun kann, als habe er mit dem Problem nichts zu schaffen. Spätestens wenn kein privater Anbieter für eine solche Aufgabe mehr vorhanden ist, ist die öffentliche Hand gefordert.“ Für die Betroffenen sei es unverständlich, dass beim Kreisanteil des staatlichen Konjunkturprogramms „großzügig der Speck verteilt wird, während für die Arbeitslosen noch nicht einmal die Schwarten bleiben“, kritisiert Wölk. „Auch wenn wir wissen, dass der Haushalt bereits verabschiedet ist, werden wir das Gespräch mit dem Landrat suchen, damit zumindest ein vorübergehender Ersatz gewährleistet wird.“






