Der Quergeist - Denken wir darüber nach?
Mrz 24th, 2009 | Von admin | Kategorie: Meine MeinungDie Musik spielt leise im Radio. Die Moderatoren machen ihre Späße mit den Zuhörern. Nachrichten ertönen zu jeder vollen Stunde. Ich ertappe mich, wie ich langsam abschalte - Opel, Qimonda, Krise, Arbeitslosigkeit - alles Alltag. Geht es Ihnen auch so? Hören Sie auch nur noch mit einem halben Ohr hin? Und dennoch geht es nicht ungeachtet an einem vorbei. Selbst wenn man der Meinung ist, man hat es nicht gehört, ist es dennoch in unserem Unterbewusstsein angekommen. Dort aber will ich diesen Stress nicht mehr haben, zu groß sind die eigenen Sorgen und Probleme, so dass ich das nicht auch noch gebrauchen kann. Was passiert mit uns? Manchmal ertappe ich mich dabei, wenn wieder die neuen Arbeitslosenzahlen bekannt gegeben werden, wie ich denke: „Na, aber einsam werdet ihr nicht sein, denn auf den Ämtern tummeln sich Millionen, den es genauso geht. Was soll‘s?“ Und gleichzeitig erschrecke ich vor diesem Gedanken.
Der Wulst an Informationen schlägt auf mich ein, es ist nicht immer zu kompensieren, denn immer mehr ist man mit dem eigenen nackten Überleben beschäftigt.
Wir schreiben das Jahr 2009. Wo sind wir in unserer Entwicklung als Menschheit hingekommen?
Stellt sich noch jemand diese Frage? Mit welchen Themen beschäftigen wir uns? Denkt jemand genauer darüber nach, was mit uns passiert? Oder sind wir alle zu sehr mit uns selbst beschäftigt?
Zu Zeiten der DDR wurde schon viel Mist gemacht. Auf der einen Seite wurden Menschenrechte mit Füßen getreten, und wir wurden auf einem Level der niedrigsten Zufriedenheit gehalten. Auf der anderen Seite spürte man aber auch Sicherheit: sicherer Arbeitsplatz, sicherer Ausbildungsplatz, gutes Gesundheitssystem usw. Die Zeiten waren so. So hatte man Dinge, die nicht gut waren, aber auch viele, die sehr gut waren. Das, was sich nicht änderte zu heute, ist, dass ganze Völker mit dem Thema Sicherheit und Angst in Abhängigkeit und Gefügigkeit gehalten werden.
Zu DDR-Zeiten war es schon schlimm, aber heute ist es noch schlimmer.
Vor ein paar Wochen hatte ich die Möglichkeit, eine politisch organisierte Reise nach Berlin zu unternehmen. Dabei war auch ein Besuch im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen dabei. Für mich war es sehr interessant zu sehen, was damals alles schon möglich war. Durch dieses Gefängnis führte ein Mann, der diesen Ort mehrmals zu DDR-Zeiten als Häftling besuchen durfte. Ich drücke es mit Absicht so aus, weil ich das Gefühl hatte, das er innerlich sein Frieden gefunden hatte. Das was sich da hat abgespielt, ist schon eine Sauerei. Was aber für mich sehr wichtig war, war sein Schlusswort. Ein bärtiger Mann, Anfang fünfzig, streift sich durch seinen Bart. Die Finger gelb vom vielen Nikotin, setzt sich auf einen der ehemaligen Verhörtische und sprach: „Bei allem Unrecht, das hier geschah, müssen wir jetzt ganz genau aufpassen, dass man unter dem Namen der Sicherheit, uns nicht noch mehr Menschenrechte nimmt. Seit 1996 werden immer wieder neue Schritte in diese Richtung gegangen, und wir alle geben unser Einverständnis.“
Überall wird man im Namen der Sicherheit bespitzelt. Ob es auf öffentlichen Plätzen ist, in Supermärkten, Kaufhäusern, Banken, Straßen (Maut), Handys, Computer (Internet), Bonuskarten, Paybackkarten etc. Alles für unsere „Sicherheit“, alles zum Wohle des Volkes. Kontrolle hier, Vereinfachung da. Und alle machen mit. Wir - die Bürger - schreien nach Kontrollen. Aus dem einfachen Grund, weil wir Angst haben. Wovor? Sollten wir nicht stutzig werden und uns fragen, warum man uns so vehement Sicherheit verkaufen muss?
Warum muss man Sexualstraftäter in Wohngebiete eingliedern, und dafür sorgen, dass die Öffentlichkeit es auch noch erfährt? Hier werden Familien mit Angst bestückt und der Täter dafür benutzt. Da geht es in erster Linie nicht darum, was er getan hat, was damit nicht untergraben oder für gut befunden werden soll. Die Frage ist, warum spielt man diese beiden Gruppen gegeneinander aus, sodass wir wieder nach Sicherheit (Gesetze) schreien?
Die geliebte Bonuspunkte im Supermarkt… Wir beschweren uns über die Flut an Werbung im Briefkasten. Denken wir darüber nach, wo wir überall uns selbst und freiwillig registrieren lassen? Es ist eine Masche der Werbung, Kundenprofile zu erstellen. Wer erstellt noch Profile von uns? Denken wir darüber nach!
Wer bezahlt noch mit Bargeld? Denken wir darüber nach? Aber was passiert mit dem Bargeld oder anderen Dingen, die dem Anschein nach nicht mehr genutzt und gebraucht werden? Sie verschwinden. Wollen wir nur noch mit Karte zahlen? Was kann man nicht alles mit den Karten anstellen? Hat man dann noch den ungehinderten Überblick über die eigenen Finanzen? Wie schnell hat man unbedacht sein Kartenlimit überschritten? Denken wir darüber nach?
Die Vereinfachung der Finanzangelegenheiten, indem man nun eine Steuernummer von Geburt an bis zum Tod hat. Worin alles registriert ist, was man tut. Haben wir uns schon mal Gedanken darüber gemacht, was das bedeutet? Das Finanzamt, - der Staat sieht genau, was man sein Leben lang getan hat. Wann waren sie berufstätig? Wann Selbständig? Wann arbeitslos? Wann bezogen sie wann welche Leistungen? usw. - lückenlos, alles auf einem Blick. Es bedarf keines großen Aufwands mehr, um nachzuforschen, was wir tun oder getan haben. Wozu diese Vereinfachung? Arbeitsplätze schafft es nicht, schneller geht es dadurch auch nicht. Wozu also? Denken wir darüber nach!
Eine neue Karte soll auf den Markt. Sie trägt den Wunderschönen Namen ELENA. Gespeichert wird alles, was wir verdienen, wann wir weshalb krank sind etc. Wozu? Wozu diese Kontrolle? Kontrollieren wir unser denken! Stimmen wir zu, weil es vielleicht übersichtlich ist oder gar einfacher in der Verwaltung? Die Frage ist: lassen wir uns wieder blenden? Jede Vereinfachung kostet Arbeitsplätze. Denken wir darüber nach?
Die LVZ schrieb in einer ihrer Artikel: „Wer einmal Hartz IV bekommt, bleibt meistens bei Hartz IV.“ Aus meiner eigenen Ehrfahrung, weiß ich, dass man vom Amt her nicht gewillt ist, jemanden in einen verträglichen Job zu bringen. Ich behaupte: Es ist gewollt, die Menschen in solchen Abhängigkeiten zu halten, sonst würde man sich auch Mühe geben, sie in normale Jobs zu vermitteln. Sobald jemand auf eigene Faust versucht, dem Amt zu entkommen, und seine eigene Vorstellungen hat, geht gar nichts mehr? Warum tut man das?
Steuern, Abgaben, Gebühren: Alles nicht auf die Bedürfnisse der kleinen Bürger ausgerichtet. Wer durchschaut schon die deutschen Steuergesetze? Durcheinander und Nebel auf allen Ebenen. Warum?
Medien, Mobbingsendungen, Dauerwerbung und sinnlose verdummende Talkshows. Warum müssen wir Tag für Tag verdummt werden? Damit wir den Mist, der um uns herum passiert, nicht merken?
Großkonzerne wie Opel - was ist da los? Warum bezieht GM nicht Stellung? Die Menschen zittern um ihre Zukunft. Die Bedeutung solcher Unternehmen wird so hochgeschraubt, dass alle anderen auch noch Angst bekommen, die gar nichts mit diesem Konzern zu tun haben.
Die Hypo Real Estate: Warum hängt der Großaktionär Christopher Flowers so an dieser Bank? Warum will er seine Anteile halten, auch wenn der deutsche Staat sie übernehmen würde? Ist das ehrliche Hilfe, die Hilfe die er anbietet? Ich kann es fast nicht glauben.
Konjunkturprogramme hier und Bürgschaften da. Aber woher kommt das ganze Geld? Wir sind in einer solchen Abhängigkeit von einer oder mehreren Banken, dass einem ganz mulmig wird. Was ist, wenn die Bank dem deutschen Staat die Kredite streicht? Wovon ist die Gunst der Banken abhängig? Was hat die Regierung denen versprochen, um solche Kredite zu bekommen? Was oder wen hat sie verkauft?
Was ist diese Krise wirklich? Ist sie wirklich einfach so „passiert“? Was für eine Rolle spielen wir alle? Wir werden hin und hergeschoben wie bei einem Spiel. Wir agieren als Bürger nicht mehr, wir lassen uns wie Schachfiguren hin und her schieben. Wo ist unser freier Wille geblieben? Wir lassen uns gegeneinander ausspielen und verrückt machen.
Wir alle reden über die Systemkrise. Haben wir, jeder einzelne von uns, sich mal Gedanken gemacht, wie er sich sein lebbares System vorstellt - ohne darüber nachzudenken, wie es bezahlt wird? Träumen Sie einfach mal, wie es sein soll.
Das ist das einfachste, was jeder tun kann: Sich vorstellen, wie die Welt aussehen soll. Nicht darüber nachdenken, was man nicht will. Nein, nur mit reinem Herzen sehen, was man sich wünscht und will. Sie werden feststellen: Die negativen Dinge verlieren an Bedeutung. Jeder einzelne von uns kann sein Bewusstsein und seine Wahrnehmung auf die schönen Dinge des Lebens ausrichten. Weg mit den Gedanken: Was alles schlecht ist, was nicht geht, wer wen betrügt! Weg mit dem Neid, dass einer was mehr haben könnte! Sagen wir doch einfach, was wir wollen, und nicht, was wir nicht wollen! Hier geht es nicht um das Geld, um Arbeitsplätze, sondern darum, wie wir uns als Mensch und Gesellschaft definieren.
Da bekommt der Ausspruch von Goethe seine Bedeutung wieder, als er in Faust schrieb:
„ Hier bin ich Mensch, hier darf ich‘s sein.“
Lassen Sie uns tolerant sein, Spaß haben, verrückte Dinge tun! Akzeptieren Sie Ihren Nachbarn, so wie er ist. Lassen Sie uns leben, gemeinsam, miteinander, nebeneinander.
Aber bedenken Sie auch: Sie wurden nicht gefragt, ob Sie auf diese Welt wollten. Jetzt lassen Sie sich auch nicht vorschreiben, wie Sie zu leben haben!
Denken wir darüber nach.
Der Quergeist ist nun auch persönlich im Netz zu finden. Besuchen Sie mich und schreiben Sie mir! Sie können bei mir Meinung und Kritik üben. Ich bin dankbar für Ihre Ansichten.
Sie erreichen mich auf www.dieanders-denker.de. Ich freu mich auf Sie!
Ach ja und im nächsten Bericht denken wir darüber nach, ob wir noch einen freien Willen haben?
Bis demnächst!
Ihre Danielle Wünschmann








