Kampf gegen Antisemitismus (mephisto, 11.02.2009, 15:31 Uhr)
Feb 11th, 2009 | Von admin | Kategorie: Medienecho“Das halte ich für Demokratie, für Freiheiten, Gleichheit für eine Katastrophe.” Kerstin Köditz ist betroffen von der Antwort auf ihre Anfrage bei Innenminister Albrecht Buttolo: Um rund 50 Prozent sei die Zahl antisemitistischer Straftaten gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Besorgnis um antisemitisches Denken
Die Politikerin der Linksfraktion sorgt sich vor allem wegen der Einstellung, die sie hinter den Taten — 102 allein in Sachsen — vermutet. “Wir werden wahrscheinlich davon ausgehen müssen, dass die antisemitischen Einstellungen auch hier im Osten jetzt angestiegen sind in den letzten Jahren.”
Zwanzig antisemitische Straftaten hat es laut Innenministerium 2008 in Leipzig gegeben. Im Jahr davor waren es zwölf. Dass die Zahl der antisemitischen Übergriffe in Leipzig so sprunghaft gestiegen sind, liege allerdingsauch an einer Änderung der Statistik, so ein Sprecher des Innenministeriums. Seit Anfang 2008 würden nämlich so genannte Propaganda-Delikte auch dann erfasst, wenn kein Täter ermittelt werden konnte.
In Leipzig überwiegen positive Eindrücke
Persönlich hat Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, so etwas auch noch nicht erlebt. Er trifft eher Mitbürger, die seine Meinung teilen, “dass Menschen nur zusammen überhaupt überleben können.” Menschen vielleicht wie Christopher Zenker. Der hat die Faninitiative “Bunte Kurve” mit initiiert, die sich bei den Fußballvereinen FC Sachsen und BSG Chemie Leipzig gegen Rassismus und Diskriminierung einsetzt.
Aktionen der “Bunten Kurve”
Anfang des Jahres habe es im Umfeld des Sports bereits zwei antisemitische Vorfälle gegeben, berichtet auch Zenker. Dagegen setzten die Vereine im vergangenen Jahr ein Zeichen und legten gemeinsam einen Kranz beim Gedenktag der Holocaust-Opfer nieder. Und im Herbst will die Initiative eine Ausstellung über Juden im deutschen Fußball nach Leipzig holen, “Kicker, Kämpfer, Legenden”. Schulen und andere Sportvereine sollen durch den Besuch zum Nachdenken gebracht werden. (ee)








