Quergeists Gedanken zum neuen Jahr

Jan 6th, 2009 | Von | Kategorie: Meine Meinung

2008 ist vorbei. Privat war es für mich ein sehr aufschlussreiches  und interessantes Jahr. Es gab nichts, was ich bei neuerlicher Betrachtung anders gemacht hätte. Alles war, wie es sein sollte. Die Turbulenzen möchte ich im Rückblick und auch mit dem gewissen Abstand darauf nicht missen. Gerade sie sind die Erfahrungen, die mein Leben interessant und aufregend machen. Immer wieder zu analysieren, warum eine Begebenheit genauso war, wie sie war. Was hatte es für einen Sinn? Was möchte ich erreichen, für mein Leben? Wohin geht  mein Weg? Wo sind diese Menschen, die mich dabei unterstützen, mir helfen, auch Kritik üben? All das sind die Dinge, die das Salz in meiner Lebenssuppe ausmachen. Die kleinen Dinge, die so oft übersehen werden. Und doch, sie sind da. Ich sehe sie, ich fühle sie, ich rieche sie. All meine Sinne sind auf Wahrnehmen gestellt. Ich freue mich, wenn ein Drogerieinhaber in seiner Weihnachtspost von Hoffnung spricht. Eine Seite Weihnachtspost, ganz unscheinbar im Briefkasten. Viele mögen es als lästige Werbung verstehen. Für mich war es ein Zeichen das sich jemand Gedanken macht über das Leben und es seinen Mitmenschen nahe bringen möchte. Hoffnung war seine Botschaft und ich habe mich von Herzen gefreut.
Hoffnung? Das ist ein so unscheinbares Wort, und doch ist es so gewichtig.
Gerade die Zeit um Weihnachten und Neujahr löst ein Gefühl von Wärme aus. Die Familien und Freunde rücken näher. Jeder hat so ein wohliges Gefühl. Auch wenn bei vielen Menschen zu Weihnachten jährlich Stress ausbricht. Das Gefühl ist geblieben.
Hoffnung, Zugehörigkeit, das Gefühl gebraucht zu werden, geliebt zu werden, da zu sein – all das sind Dinge, die wir gerade in dieser Zeit intensiv spüren. Diese Zeit ist ruhig. Wir können uns selbst spüren. Nehmen wir diese Zeit doch einfach mit in das gerade erst angebrochene Jahr, all diese wunderbaren Gefühle. Achten wir auf das, was unsere Mitmenschen erzählen, fühlen, was sie bedrückt. Nehmen wir uns gegenseitig ernst! Wir sind alle wertvoll! Vom Obdachlosen bis zum Firmenchef. Keiner ist besser, aber auch keiner schlechter. So könnte 2009 ein Jahr werden, in dem wir uns nicht verrückt machen lassen von Wirtschaft und Politik. Zur Zeit präsentieren uns TV, Radio und Zeitung jeden Tag den Weltuntergang. Aber: Ist die Welt schon untergegangen? Nein! Die Sonne scheint noch, der Himmel ist immer noch blau und die Bäume immer noch grün. Ja selbst auf die Nacht folgt immer noch der Tag. Was hat sich also verändert? Warum wird alles so schwarz gemalt?
Wie gehen wir mit all diesen Hiobsbotschaften um? Schlagzeilen wie „ Stromkonzerne verdreifachen Gewinn“, „Kassen lehnen Rückzahlungen ab“, „Wirtschaft befürchtet schwieriges Jahr“ und, und, und… Man spielt Katz und Maus mit uns, und wir ärgern uns noch darüber. Peer Steinbrück vertritt die Meinung: „Von Steuersenkungen habe die Hälfte der privaten Haushalte nichts. Diese Zahlen überhaupt keine Steuern.“ Sie würden dagegen von einer Senkung der Lohnnebenkosten profitieren. (LVZ vom 30.12.2008). Zitat Roland Koch, selbe Zeitung – Überschrift: „Bürger am Wohlstand beteiligen“. Frage im Interview: „Woher kommt das Geld für die versprochenen CDU-Steuersenkungen nach der Bundestagswahl?“ Antwort Roland Koch: „Es kommt aus den Erträgen einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung. Wir wollen, dass die Bürger am wirtschaftlichen Wohlstand beteiligt werden. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass wir das, was wir in den nächsten Jahren an Wohlstand zusätzlich erwirtschaften, an die Bürger auch durch niedrige Steuern wieder zurückgeben. Aber wir werden keine Steuersenkungen machen, die unsere Kinder bezahlen.“ Zitat Ende. Hier hätte man sich das Papier sparen können auf das es gedruckt wurde. Man hält sich den Spielraum offen, ob oder ob nicht. Keine Aussage. Welcher Wohlstand? Wie wird Wohlstand nach CDU definiert? Wohlstand den wir zusätzlich erwirtschaftet haben? Floskeln über Floskeln. Spätesten mit den Kindern haben sie wieder die Gefühle der Menschen getroffen. Wer will schon, dass es irgendeinem Kind schlecht geht? Niemand. Benutzte Propaganda. Wir als Volk sollten uns nicht hinters Licht führen lassen! Wir sollten uns von Wirtschaft und Politik nicht teilen lassen, aber genau das versuchen sie zu erreichen. Indem beispielsweise diskutiert wird, wer Anspruch hat, gerettet zu werden. Wieso sind die Mitarbeiter von MZ es nicht wert gerettet zu werden, sondern nur die von Opel? MZ in Zschopau braucht nur fünf Millionen Euro. Ein Bruchteil dessen, was Opel und Co. Brauchen. Weshalb sind die einen besser? Wir sind alle wichtig! Das sollten wir uns klar machen, wenn wir wieder jemanden beschimpfen, er wäre faul und nutzlos! Genau bei diesem Thema beginnt alles schon. Wie schnell kann jemand in eine Situation kommen, in der er als faul und nutzlos dasteht. Mit der Realität muss diese Ansicht nichts zu tun haben…
Das Leben hat viele Überraschungen für uns und wir sind vor nichts sicher. Genauso, wie wir jede Chance im Leben haben. Alles beginnt damit, dass wir es wollen müssen, dann finden wir auch Wege und Lösungen. So wie jeder einen Weg in seinen Leben findet, findet ihn auch die Gesellschaft. Uns sollte bewusst sein, dass jeder „die Gesellschaft“ ist. Das, was ich für mich in Anspruch nehme, sollte ich auch anderen gewähren. Denn niemand ist besser. Wir leben in einer Demokratie, wo alle ihre Meinung sagen dürfen. Nehmen wir es doch in Anspruch. Es gibt keine falsche Meinung, nur immer eine andere Sichtweise der Dinge. Und diese ist es wert zu äußern. Die Welt ist bunt. Lassen wir es als Gesellschaft nicht zu, dass sie farblos wird! Haben wir Mut im Jahre 2009 überall unsere Meinung zu sagen, immer und überall! Man soll unsere Stimme wahrnehmen, dazu müssen wir sie auch benutzen! Es gibt keinen bestimmten Ort, wo man Meinung sagen darf. Dieser Ort ist immer und überall. Wenn wir einmal über das Ziel hinausgeschossen sind, zeugt es von Menschlichkeit und Stärke, sich zu entschuldigen. Auch das gehört zur Demokratie.

Wir sind es alle wert glücklich zu sein, Wohlstand zu haben und friedlich zu leben.
Wir haben alle eine Stimme, um sie zu erheben. Wir sind es alle wert, das man uns wahrnimmt. Keiner ist besser, keiner schlechter.
In diesem Sinne ein erfolgreiches, glückliches 2009!

Danielle Wünschmann

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