Köditz: „SPD-Kreischef mit Nachhilfebedarf in Geschichte“
Jan 26th, 2009 | Von admin | Kategorie: Allgemein„Man macht es sicherlich zu einfach“, kommentiert die LINKEN-Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz die jüngste Kritik des SPD-Kreisvorsitzender Klaus-Dieter Tschiche, „wenn man sich bei Rosa Luxemburg nur das heraussucht, was einem selbst gefällt. Dazu gehört auch Luxemburgs oft zitiertes Wort von der Freiheit, die stets die Freiheit des Andersdenkenden sei.“ Der SPD-Kreisvorsitzende müsse eigentlich wissen, dass sie damit gegen den Apparat der SPD innerparteiliche Demokratie eingefordert habe. „Diese Forderung nach Demokratie ist mit dem faktischen Mordauftrag belohnt worden.“ Sie selbst habe mit der Aussage, die SPD habe sich damals mit “Mörderbanden und dem Großkapital” verbündet, aus einer aktuellen wissenschaftlichen Untersuchung zitiert. „Ich schenke dieses Buch Tschiche gerne, wenn er Nachhilfebedarf in der Geschichte seiner eigenen Partei hat“, so Köditz. „Ich stimme ihm allerdings zu, wenn er konstruktive Politik einfordert.“ Sie lade ihn deshalb gerne zu einem öffentlichen Streitgespräch ein, bei dem erörtert werden könne, auf welche Weise und mit welchen konkreten Inhalten dies im Kreis und in Sachsen am besten geschehen könne. „Ich vermisse diese konstruktive Politik bei der SPD bisher. Wie soll man es sich zum Beispiel erklären, wenn die SPD im Landkreis Leipzig und bei ihrem Landesparteitag wie die LINKE auch ein Sozialticket fordert und die eigenen Landtagsabgeordneten dagegen stimmen?“ Bei diesem Gespräch werde sie Tschiche auch gern den Band über den Luxemburg-Mörder Waldemar Pabst überreichen.
LVZ Muldental vom 26. Januar 2009:
Luxemburg-Ehrung
SPD-Chef Tschiche gibt Köditz Kontra
Landkreis Leipzig ™. SPD-Kreisvorsitzender Klaus-Dieter Tschiche hat Äußerungen von Kerstin Köditz (Linke) zurückgewiesen. Die Landtagsabgeordnete aus Grimma hatte bei einer Veranstaltung zur Erinnerung an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg Deutschlands Sozialdemokratie aus der Zeit nach dem ersten Weltkrieg in die Nähe von „Mörderbanden und Großkapital“ gerückt (die LVZ berichtete). Sicher handle es sich um eins der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte, räumte Tschiche ein. „Aber man sollte nicht mit Steinen werfen, wenn man im Glashaus sitzt. Es wäre ein Leichtes, nicht nur eine Leiche, sondern einen ganzen Friedhof im Keller des deutschen und internationalen Kommunismus aufzudecken.“ Ihm gefalle eher die Erinnerung an das bekannte Luxemburg-Wort von der Freiheit der Andersdenkenden, die zur gegenseitigen Toleranz mahne. Tschiche: „Auch in Zeiten von Wahlkämpfen, und das insbesondere auf der Ebene der Kommunalpolitik, sollten wir uns an unsere Aufgabe erinnern, den Menschen zu dienen. Und das geschieht ganz sicher nicht, indem man den anderen mit Dreck bewirft und gar keine Zeit mehr für konstruktive Politik hat.“








