Helmpflicht für Putzfrauen?

Jan 19th, 2009 | Von | Kategorie: Landkreis Leipzig
Putzfrau Gloria kritisierte den Rettungsschirm der bundesregierung als zu klein...

Putzfrau Gloria kritisierte den Rettungsschirm der Bundesregierung als zu klein...

LINKES Neujahrsspektakel in Grimma

Inzwischen ist es im alten Muldentalkreis zu einem festen Termin geworden: das linke Neujahrsspektakel. Die LINKE weigert sich scheinbar einfach, aus dem fröhlichen Sylvestertrubel herauszukommen und nimmt dabei — auch schon traditionell — die Politik, und dabei natürlich auch sich selbst, auf die Schippe.
Rund sechzig Leute waren es in diesem Jahr, die der Einladung mit Symbolcharakter, in den “Roten Salon” des Cafés “Kleine Welt” in Grimma gefolgt waren. Es waren Genossinnen und Genossen (fast) aus dem gesamten Kreisgebiet, Freundinnen und Freunde, Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen und Verbänden, Jugendliche, die einfach nur neugierig auf die LINKE waren, und — last but not least — Naunhofs Bürgermeister Uwe Herrmann. Der “Rote Salon” reichte für die Roten kaum aus und auch in ihrer ernsteren Ansprache des Abends verdeutlichte die Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz, dass die “Kleine Welt” mit den oft beschworenen “kleinen Leuten” der richtige Ort für Linke und die LINKE sei. Den gesamten Text der Rede lesen Sie hier.
Nicht wenige wunderte sich dann, dass “Putzfrau Gloria”, die für den Glanz in Sachsens Ministerien zuständig ist, diesmal nicht nur mit Feudel und Mikrofaserhandschuhen (“5,99: mein Beitrag zur Konjunkturbelebung. Mehr kann ich mir selbst nicht leisten.”) auftauchte, sondern auch mit einem massiven Schutzhelm. Die Erklärung folgte umgehend: “Das hat unser Betriebsrat als Sozialleistung durchgesetzt. Den Helm muss jetzt jeder tragen, der in die Nähe von Ministerpräsidenten kommt.” Kurz: Wieder einmal Kabarett vom Feinsten in sächsischer Mundart. Nicht nur die LVZ argwöhnte, dass sich hinter “Putzfrau Gloria” eine nicht ganz unbekannte Landtagsabgeordnete der LINKEN aus Grimma verbergen könnte.
Übrigens: Es wurde nicht nur feste gefeiert, es wurde auch feste gespendet. Bei der jährlichen Versteigerung nützlicher und weniger nützlicher Dinge kamen knapp 200 Euro zusammen. Sie wurden zwei Tage später, beim Kreisparteitag der LINKEN in Markkleeberg, den bisherigen Mitarbeitern der insolventen gGmbH DRK Borna/Groitzsch für ihren Arbeitskampf übergeben. Links zu sein heißt eben immer auch, Solidarität zu praktizieren.

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