*** Die K-Frage stellen! ***
Jan 2nd, 2009 | Von admin | Kategorie: VeranstaltungstippsEinladung zum Antikapitalistischen Ratschlag am 25.1.2009 in Frankfurt/Main
—
INHALT:
1. An die Linke von Heiligendamm
2. (Mit-)VeranstalterInnen
3. Tagesordnung
4. Leitfragen für die Debatte
5. Arbeitsgruppen
6. Organisatorisches
—
1. AN DIE LINKE VON HEILIGENDAMM:
An alle GenossInnen, denen die Kritik des herrschenden Elends immer auch
eine Frage der praktischen Intervention ist. An die
GewerkschaftsaktivistInnen, deren Projekt sich im Kampf um mehr Lohn nicht
erschöpft. An alle, für die eine andere Klimapolitik vom Kampf gegen das
globale Ausbeutungsgefälle nicht getrennt werden kann. An die AktivistInnen
ungezählter sozialer Initiativen, denen die Veränderung gesellschaftlicher
Verhältnisse immer auch eine Frage der alltäglichen Lebensweisen ist. An
diejenigen in der Partei DIE LINKE, die sich von der Bewegung auf der Straße
nicht trennen lassen und für die Politik deshalb im Sprung auf 13%+x nicht
aufgeht. An alle, die auf der Suche nach einer kollektiven Form für ihre
rebellischen Wünsche nach einer ganz anderen Welt sind. Eröffnen wir
gemeinsam eine Debatte um die ?K-Frage?: eine Debatte über Krise, Krieg,
Klimawandel, Kapitalismus ? über ein kommunistisches Danach und die Kämpfe,
in denen es Gestalt annimmt.
Während die Krise als Mediensensation bereits zu verblassen beginnt, weil
die ständig neu nach unten korrigierten Wirtschaftsprognosen als Nachricht
langweilig werden, sind die realen Krisenfolgen hierzulande bei vielen
Menschen noch gar nicht angekommen. Die Rechnung für die Rettungspakete für
Banken und andere angeschlagene Konzerne ist noch nicht präsentiert. So
bleibt eine Stimmung der gespannten Vorahnung auf das für 2009 angekündigte
?Jahr der schlechten Nachrichten?.
Für die Linke gibt das Anlass und Gelegenheit zur Reflexion, bevor sie sich
ins Handgemenge der erwarteten und erhofften sozialen Auseinandersetzungen
stürzt: Wo werden die Krisenfolgen sich zeigen? Sind Massenproteste zu
erwarten? Kann die Linke Perspektiven aufzeigen, die sowohl kurzfristig
mobilisieren als auch langfristig über die kapitalistische Gegenwart
hinausweisen?
Es geht uns nicht darum, den unmittelbaren Bevorstand der Revolution
herbeizuträumen: das hieße, die fortwirkende Wandlungs- und
Integrationsfähigkeit des Kapitalismus sträflich zu unterschätzen. Aber wie
jede Krise eröffnet auch die gegenwärtige neben Formen der autoritären,
reaktionären, imperial(istisch)en und kriegerischer Krisenbearbeitung auch
Möglichkeiten für befreiende und emanzipatorische Interventionen.
Wir wollen auf diesem Ratschlag radikale Alternativen der Überwindung von
Krise und System konkret diskutieren. Wir wollen die Krise als Weckruf
verstehen, um solche Optionen aus nebelhaften Fernen zurückzuholen.
Wir laden dazu ein, gemeinsam die K-Frage zu stellen, sie in die
gegenwärtigen Kämpfe und Bewegungen einzubringen und ihre Beantwortung ?
unsere und eure Antworten ? zu organisieren. Dabei geht es nicht um
Vereinheitlichung, sondern um Austausch und Verständigung für eine ebenso
vielfältige wie gemeinsame Praxis: für eine befreite Gesellschaft, weltweit,
für alle.
—
2. (MIT-)VERANSTALTERINNEN
Eine Einladung der Interventionistischen Linken
Antifaschistische Linke Berlin, Antifaschistische Linke International
Göttingen, Antifa KOK Düsseldorf, attac-campus Bochum, Avanti – Projekt
undogmatische Linke, FelS Berlin, Gruppe dissident Marburg, Institut für
Theologie und Politik Münster, Kampagne Libertad!, Organisierte Autonomie
Nürnberg, Projekt Interventionistische Linke Köln, Projekt
Interventionistische Linke Ravensburg, Radikale Linke Nürnberg, Redaktion
analyse&kritik, Redaktion fantômas, Rote Aktion Kornstraße Hannover,
transact!, Widerstandsgruppe Worms-Wonnegau sowie viele GenossInnen, die als
Einzelne bei der IL und ansonsten in anderen Zusammenhängen aktiv sind.
Ebenfalls laden zum Antikapitalistischen Ratschlag ein:
Alex Demirovic (Redaktion PROKLA), Attac-Rat, Die Linke.SDS,
Emanzipatorische Linke in der Partei DIE LINKE, internationale
sozialistische linke, Labournet Germany, Leo Mayer (stellvertr.
Parteivorsitzender der DKP), Linksjugend ['solid], links-netz.de, Mario
Candeias, Sabine Nuss und Rainer Rilling (Rosa Luxemburg Stiftung),
Redaktion SoZ, Redaktion express, Thies Gleiss (Antikapitalistische Linke in
der Partei DIE LINKE, Bundesvorstand), Walter Weiß (RSB/IV. Internationale)
In Kooperation mit der Friedens- und Zukunftswerkstatt e.V.
—
3. TAGESORDNUNG
Antikapitalistischer Ratschlag
Sonntag, 25. Januar 2009, Frankfurt/Main, Gewerkschaftshaus,
Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77, 60329 Frankfurt
10.00 Uhr Begrüßung und einleitender Input der IL: ?Die K-Frage
stellen!?
10.30 Uhr Weitere Inputs zu:
* Globale Kämpfe und globale Krise
(Christian Frings, bis 2003 in der Redaktion der Zeitschrift ?wildcat?,
beschäftigt sich mit der Erklärung der globalen Krise aus operaistischer und
weltsystemtheoretischer Perspektive)
* Green capitalism oder Klima-Kommunismus?
(Mona Bricke, Klimaaktivistin bei FelS Berlin)
* Kämpfe, Bewegung, Partei
(Norbert Schepers, Emanzipatorische Linke in der Partei DIE LINKE)
* Linke Gewerkschaftspolitik in Zeiten der kapitalistischen Krise (N.N.)
11.15 Uhr Pause
11.30 Uhr Offene Aussprache im Plenum
mit Euren 3-Minuten-Statements zu den (unten stehenden) Leitfragen
13.00 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr Arbeitsgruppen
AG1: Globale Kämpfe ? globale Rechte ? globale Krise
AG2: Kapitalismus und Krise ? New Green Deal und/oder Krieg?
AG3: Krise, Klima und konkrete Utopie
AG4: Konkrete Krisenfolgen ? Chancen für linke Interventionen?
16.00 Uhr Pause
16.30 Uhr Abschlussplenum
18.00 Uhr Ende
—
4. LEITFRAGEN FÜR DIE DEBATTE
1.
Was ist Eure Einschätzung zu Tiefe, Dauer und Charakter der gegenwärtigen
Krise? Welche weitere Krisenstrategie der herrschenden Eliten erwartet Ihr?
Was denkt Ihr über die künftige Wandlungs- und Überlebensfähigkeit des
Kapitalismus?
2.
Welche konkreten Folgen der Krise erwartet Ihr in Deutschland, in Europa und
global? Stehen wir vor einer Phase verschärfter (Klassen-)kämpfe? Wenn ja,
an welchen Fragen und an welchen Orten werden sich diese Kämpfe nach Eurer
Erwartung entzünden?
3.
Welche Schlussfolgerungen für Eure Politik zieht Ihr aus Eurer Analyse der
Krise und der Kämpfe? Was ist jetzt die Aufgabe von AntikapitalistInnen?
Tragen alte Bündnisse nicht mehr und gibt es Chancen für neue Bündnisse und
Koalitionen? Welche konkreten Pläne und Vorschläge habt Ihr für 2009?
Wir laden alle teilnehmenden Organisationen, Gruppen und AktivistInnen ein,
im Rahmen der Offenen Aussprache (11.30 – 13.00 Uhr) in 3-Minuten-Statements
zu diesen Leitfragen Stellung zu nehmen.
—
5. ARBEITSGRUPPEN
* AG 1: Globale Kämpfe ? globale Rechte ? globale Krise
Geht es um die K-Frage, sind (Klassen)Kämpfe einer der entscheidendesten
Bezugspunkte: Nicht nur hinsichtlich der Frage, welche Rolle Kämpfe um
Einkommen und soziale Rechte bei der Herausbildung des Neoliberalismus sowie
für die aktuelle Krisendynamik gespielt haben, auch im Hinblick auf
zukünftige Auseinandersetzungen. Am Anfang des Workshops werden drei
Kurz-Inputs zu unterschiedlichen Kämpfen in unterschiedlichen Feldern
stehen: Von zunehmenden Streiks in China (insbesondere WanderarbeiterInnen)
über Kämpfe von MigrantInnen (Zyklus der Sans Papiers) und von
LandarbeiterInnen sowie Kleinbauern bzw. -bäuerinnen (via campesina,
SOC-SAT/Andalusien etc.) bis zu betrieblichen Auseinandersetzungen in
Deutschland (Opel 2004, Lokführer 2007 etc.)
Organisiert von: Transact! (NoLager Bremen, glocal/kein mensch ist illegal
Hanau u.a.)?
* AG2: Kapitalismus und Krise ? New Green Deal und/oder Krieg?
Krise ist da und Krieg ist viel. Aber, Geschichte wiederholt sich nicht.
Auch die Tatsache, dass Anfang April zwei Krisengipfel, G 20 Treffen und 60
Jahre NATO – Feier, in einer Woche sind, ist mehr (uns willkommener) Zufall
als Indiz für die vom ideellen Gesamtimperialisten angestrebte Lösung der
Systemkrise. Trotzdem die historischen Parallelen zum Zyklus 1929 bis 1939
sind teilweise beängstigend. Aber es gibt ja auch noch uns.
In der AG soll es vor allem um folgende Fragen gehen:
1. Was ist das neue Elitenprojekt? Der globale New Deal, die Restauration
des neoliberalen Regime als G8 + X? und/oder die Ausweitung der
Eroberungskriege?
2. Was sind die Auswirkungen der anhaltenden militärischer Interventionen
sowie der ökonomischen Krisen auf die sozialen Kämpfe bzw. die Klassenkämpfe
in den Metropolen und in der Peripherie?
3. Und was machen wir ? die (radikale) Linke – in dieser Situation?
Nach Inputs von Jürgen Wagner (IMI) , Slave Cubela (?express?, angefragt)
und der IL wollen wir uns an die Beantwortung der Fragen machen.
* AG 3: Krise, Klima und konkrete Utopie
Ankündigungstext folgt demnächst auf www.interventionistische-linke.de
* AG 4: Konkrete Krisenfolgen ? Chancen für linke Interventionen?
Die Wirtschaftskrise ist da, Milliardensummen werden umverteilt, und die
Linke macht Infoveranstaltungen. Wie kommen wir über die – notwendige -
Selbstvergewisserung hinaus? Wie können wir uns sinnvoll in die
gesellschaftliche Auseinandersetzung einmischen? Was können wir aus
bisherigen linksradikalen Interventionen, zB bei der Auseinandersetzung um
die Hartz-Reformen, lernen?
Mit Werner Rätz, FelS und der Gruppe Soziale Kämpfe.
—
6. ORGANISATORISCHES
Der Antikapitalistische Ratschlag beginnt am SONNTAG, dem 25.1.2009 um 10.00
Uhr im Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77, Frankfurt/Main.
Mehr Infos und Wegskizze:
http://www.dazwischengehen.org/de/projekt/antikapitalistischer-ratschlag-250109-frankfurtmain
Dankbar wären wir auch für Eure Anmeldung zum Ratschlag:
http://www.dazwischengehen.org/de/webform/anmeldung-zum-antikapitalistischen-ratschlag
Weitere Fragen bitte an: info@interventionistische-linke.de






