Neonazi-Netzwerk (LVZ, 03.09.2008)
Sep 3rd, 2008 | Von admin | Kategorie: MedienechoKöditz warnt vor Gefahren
Muldental ™. Ein "Gefahrenpotenzial" für Menschen im neuen Kreis Leipzig befürchtet Kerstin Köditz, Linken-Landtagsabgeordnete und Kreisparteichefin, durch das im September 2000 in Deutschland verbotene Neonazi-Netzwerk "Blood and Honour" (Blut und Ehre). In der vergangenen Woche war durch Hacker das streng geschützte Internetforum der internationalen Gruppierung komplett offen gelegt worden (die LVZ berichtete). "Es ist bedauerlich, dass dem Verbot offenbar keine wirksamen Maßnahmen zur Zerschlagung der Strukturen gefolgt sind", kommentierte Köditz was dabei zutage getreten ist. Sie habe sich am Wochenende einen ersten flüchtigen Eindruck über die mehr als 30 000 Datensätze verschafft. Auf einer sogenannten "Anti-Antifa Red Watch List" würden Namen von mutmaßlichen politischen Gegnern, häufig mit voller Adresse und Telefonnummer, teilweise auch mit Bild veröffentlicht. Auch Personen aus Brandis, Colditz, Grimma und Zwenkau würden genannt. Köditz: "Ich verweise darauf, dass der wesentliche Verbotsgrund im Jahr 2000 die andauernden äußerst brutalen Ausschreitungen der Gruppe waren." Sie wolle zwar "keineswegs dramatisieren", doch erwarte sie jetzt von den Behörden, dass sie möglichst schnell die betreffenden Personen informieren und sie zu möglichen Schutzmaßnahmen beraten.
Die Abgeordnete kündigte an, dass sie in der nächsten Sitzung des Innenausschusses des Landtages beim Innenminister zu dem Material nachhaken werde.








